Ex-General Divjak kritisiert Österreichs Behörden

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Der bosnische Ex-General Jovan Divjak hat das Verhalten der österreichischen Behörden in seinem Auslieferungsverfahren als "unerklärlich" kritisiert. Divjak war Anfang März am Flughafen Wien auf einen serbischen Haftbefehl hin inhaftiert und wenig später auf freien Fuß gesetzt worden - die Justiz habe nun darüber zu entscheiden, ob er an Bosnien oder Serbien ausgeliefert werden soll.
Dies sagte Divjak gegenüber dem Wiener Monatsmagazin "biber". "Es ist mir aber unerklärlich, warum ich nun schon mehr als 100 Tage in Österreich sitze." Dem ehemaligen General der bosnischen Streitkräfte werden von der serbischen Justiz Kriegsverbrechen zur Last gelegt. Er sei bereit, sich den Vorwürfen in Belgrad zu stellen, sagte Divjak. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen, deswegen würde ich Belgrad auch überleben."
Die serbische Justiz wirft dem pensionierten General vor, zusammen mit mehreren anderen Personen für einen Angriff auf die im Mai 1992 aus Sarajevo abziehenden jugoslawischen Streitkräfte verantwortlich gewesen zu sein, weshalb auch seine Auslieferung beantragt wurde. Bosnien hatte im März ebenfalls einen Auslieferungsantrag für den pensionierten General gestellt, die Justiz dort hat jedoch keine Anklage erhoben.
Divjak kritisierte gegenüber "biber", die Auslieferung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic sei "eindeutig zu spät" geschehen. Der bosnisch-serbische Ex-Militärchef wurde Ende Mai nach 16 Jahren auf der Flucht an das UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag überstellt. Es gehe den Serben darum, eigene Interessen durchzusetzen und nicht darum, Kriegsverbrecher zu bestrafen, sagte Divjak. Serbiens Präsident Boris Tadic habe schon in seiner Zeit als Verteidigungsminister (2003-2004) den Aufenthaltsort von Mladic gekannt und würde den bosnisch-serbischen Ex-General politisch schützen.












