Amnesty wirft Syrien Menschenrechtsverbrechen vor
Bei der Niederschlagung von Protesten haben syrische Sicherheitskräfte nach Angaben von Amnesty International Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. In der Stadt Tell Kalakh seien im Mai neun Regierungskritiker kurz nach ihrer Festnahme im Gefängnis zu Tode gekommen, erklärte die Organisation am Mittwoch in einem Bericht.
Nach weitgehend friedlichen Demonstrationen gegen Präsident Assad seien in der Stadt Dutzende Männer völlig willkürlich festgenommen und anschließend im Gefängnis gefoltert worden, darunter auch bereits verletzte Demonstranten. Die Organisation forderte den UN-Sicherheitsrat auf, den Fall vor den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zu bringen.
"Nach Auffassung von Amnesty International handelt es sich bei diesen Verbrechen, die in Tell Kalakh begangen wurden, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil sie offenbar Teil eines breit angelegten, systematischen Angriffs auf die Zivilbevölkerung sind", erklärte Amnesty. In dem Bericht stützt sich die Organisation auf Aussagen von syrischen Flüchtlingen im Libanon sowie auf Telefonate mit Regimeopfern in Syrien selbst.
In der nordsyrischen Stadt Hama wurden nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens 22 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet. Mehr als 80 Menschen seien zudem verletzt worden, einige davon schwer, erklärte der Chef der syrischen Menschenrechtsorganisation, Ammar Qorabi, am Mittwoch. Die Verletzten seien in zwei Krankenhäuser gebracht worden. Die Sicherheitskräfte seien in eines der Krankenhäuser eingedrungen, erklärte Qorabi, ohne weitere Details zu nennen.
Seit Beginn der Proteste in Syrien sind nach Angaben von Menschenrechtsgruppen mindestens 1.300 Demonstranten getötet worden. Nach Angaben der Behörde wurden zudem 500 Soldaten und Polizisten durch "bewaffnete Banden" getötet. Da die meisten ausländischen Korrespondenten des Landes verwiesen wurden, ist eine Überprüfung der Berichte aus Syrien schwierig.













