Erneut Zusammenstöße in syrischer Stadt Hama

Foto © APA
Die Gewalt in der syrischen Protest-Hochburg Hama nimmt kein Ende. Menschenrechtsverfechter berichteten, am Dienstag seien mehrere Zivilisten durch Schüsse verletzt worden. Am Vortag waren nach ihren Angaben mindestens drei Menschen von Soldaten erschossen worden, die nach einer Massenkundgebung gegen das Baath-Regime von Präsident Assad am vergangenen Freitag nach Hama verlegt worden waren.
Das Parteiorgan "Al-Baath" berichtete in seiner Ausgabe vom Dienstag, "Saboteure" hätten am Montag in Hama versucht, ein öffentliches Gebäude zu stürmen. Wachleute hätten sie zurückgedrängt.
Die regierungsnahe Zeitung "Al-Watan" meldete unterdessen, das von Präsident Assad eingesetzte Komitee für den "Nationalen Dialog" mit der Opposition habe zu einem ersten Treffen am kommenden Sonntag 150 Teilnehmer eingeladen. Unter den Eingeladenen seien der Menschenrechtsanwalt Haitham al-Maleh, der bekannte Oppositionelle Hassan Abdul Azim, sowie Vertreter kurdischer Parteien. Leiten soll den Dialog Vizepräsident Faruk Sharaa.
Unabhängige Beobachter erwarten allerdings, dass einige Oppositionelle eine Teilnahme an dem Treffen ablehnen werden, weil ihre Bedingungen bisher nicht erfüllt wurden. Dazu zählt unter anderem der Abzug des Militärs aus den Städten und die Freilassung aller festgenommenen Demonstranten. Nach inoffiziellen Angaben kamen als Folge der Unruhen seit März bereits mehr als 1.700 Menschen ums Leben.
Folter mit Elektroschocks, Schüsse auf Flüchtlinge und Schläge im Krankenhaus - Amnesty International zeichnet in einem aktuellen Bericht ein schreckliches Bild der Lage in Syrien. Die Organisation dokumentierte anhand von Aussagen von Augenzeugen und Verwandten mindestens neun Fälle, in denen Gefangene an den Folgen der Misshandlung in der Haft starben.












