Mladic will Anhörung vor UNO-Tribunal fernbleiben

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Der frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic will seiner für Montag geplanten zweiten Anhörung vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag fernbleiben. Mladic wolle weder vor dem Gericht erscheinen noch auf schuldig oder unschuldig plädieren, sagte sein Anwalt Milos Saljic am Sonntag.
Grund für die Haltung Mladics sei, dass das Tribunal noch nicht darüber entschieden habe, wer seine Verteidigung übernehmen solle. Zudem habe Mladic die gegen ihn erhobene Anklage noch nicht vollständig gelesen.
Eine Sprecherin des UNO-Gerichts sagte, das Tribunal sei über die Absicht Mladics noch nicht informiert worden. Am Samstag hatte sie gesagt, Mladic müsse sich am Montag noch einmal von demselben Anwalt verteidigen lassen wie bei seiner ersten Anhörung Anfang Juni. Dem Gericht sei zwar für die weitere Verteidigung eine Wunschliste mit Namen vorgelegt worden, die aber noch geprüft werde. Wenn Mladic nicht auf schuldig oder unschuldig plädiere, werde der Richter in seinem Namen auf unschuldig plädieren, sagte die Sprecherin.
Das Tribunal wirft Mladic in elf Punkten Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Kriegs der Jahre 1992 bis 1995 vor. Der Ex-General wurde am 26. Mai nach fast 16-jähriger Flucht in Serbien gefasst und wenige Tage später nach Den Haag überstellt. Er wird vor allem für das Massaker von Srebrenica mit etwa 8000 Toten und die 44 Monate dauernde Belagerung Sarajevos verantwortlich gemacht. Bei der Vorlage der Anklageschrift Anfang Juni hatte der auch als "Schlächter vom Balkan" bekanntgewordene Berufssoldat die Vorwürfe als "abscheulich" und "monströs" bezeichnet.













