Fuat Sanac will Glaubensgemeinschaft modernisieren

Foto © APA
Der künftige Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Fuat Sanac, will seiner Organisation einen kräftigen Modernisierungsschub verpassen. Derzeit sei man auf der Suche nach einem neuen Gebäude, sagte er im Interview mit der APA. In einer Woche wird Sanac zum Nachfolger von Anas Schakfeh gewählt.
Sanac, derzeit Vorsitzender des Schura-Rates, ist fix als neuer IGGiÖ-Präsident nominiert worden, am 26. Juni wird er vorerst für vier Jahre zu Schakfehs Nachfolger gekürt. "Ich habe mich in meinem Leben nie für eine Aufgabe beworben. Jeder hat gesagt, wir wollen, dass Sie diese Aufgabe übernehmen", meint der ehemalige Profi-Boxer. Mit Sanac lenkt erstmals ein gebürtiger Türke die Geschicke der Muslime-Vertretung, was ein fälliger Schritt ist: Türkische Vereine stellen nach den Wahlen die große Mehrheit in der Glaubensgemeinschaft. Der Präsident will aber für alle Muslime da sein: "Bei uns spielt die Nationalität keine Rolle." Gemeinsame Sprache sei ohnehin Deutsch - "weil wir Österreicher sind".
Seine Pläne für die IGGiÖ will Sanac erst nach seiner Kür bekanntgeben, stellt aber schon jetzt eine Modernisierung in Aussicht. So will die IGGiÖ ein Haus kaufen. "Wir suchen, und jetzt nach der Wahl können wir das erledigen. Wir wollen mehr Personal und wir wollen mehr Professionalität. Wir wollen alles modernisieren. Von der Homepage bis zum Gebäude." Schakfeh streut er vor dessen Abgang Rosen: "Man muss diese Arbeit schätzen."
Der derzeitige Fachinspektor für islamischen Religionsunterricht arbeitet auch an einem neuen Lehrplan. Der Prozess sei vor drei Jahren begonnen worden, der Entwurf liege im Unterrichtsministerium. "Aber um die Bücher für das nächste Semester anzufangen, brauchen wir diesen neuen Lehrplan", so Sanac.
Aus der Tagespolitik will Sanac die IGGiÖ heraushalten. "Das verkünde ich auch seit Jahren." Kommentare zum Geschehen etwa in Nahost wird es also keine mehr geben.












