Zehnte Gay-Pride-Parade in Zagreb endete friedlich

Foto © APA
Kroatien hat sich am Samstag von seiner friedlichen Seite gezeigt: Die Gay-Pride-Parade in der Hauptstadt Zagreb ging ohne größere Zwischenfälle über die Bühne, Szenen wie jene bei der Parade am vergangenen Wochenende in Split wiederholten sich nicht.
Dass die Gay-Pride-Gegner keine Chance bekamen, ihre Meinung unverblümt kundzutun, ist offenbar den drohenden politischen Folgen für das Land aufgrund der Vorfälle in Split und der akribisch arbeitenden Polizei zuzuschreiben. So berichteten Medien von zahlreichen Festnahmen, etwa wegen "Zeigen des Mittelfingers" und beleidigenden Transparenten. An der Parade nahmen laut Organisatoren bis zu 4.000 Menschen teil, laut Polizei 2.000, darunter Politiker der Oppositionsparteien und zahlreiche Prominente.
Von Präsident Ivo Josipovic gab es ein Gratulationsschreiben zur zehnten Parade. Auf die Ereignisse in Split Bezug nehmend sagte er: "Ich hoffe, dass die stille Mehrheit der Bürger, die das Recht auf Anderssein unterstützt, es nicht zulassen wird, dass eine laute und aggressive Minderheit sie vertritt." Diese aggressive Minderheit hatte am vergangenen Wochenende in Split die Anzahl von 10.000 Menschen, die die 200 bis 300 Teilnehmer des Umzugs mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern angriffen. Fünf Menschen wurden verletzt, die Veranstaltung musste abgebrochen werden.
In Kroatien gibt es zwei Gesetze in Bezug auf Homo-, Bi- und Transsexuelle: Das Antidiskriminierungsgesetz und das Gesetz über die gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften. Die Kritik der Organisationen lautet, dass heterosexuelle Eheleute mit der Ehe 60 Rechte zugesprochen bekämen, während Homosexuelle lediglich eine Lebensgemeinschaft - die auch nicht offiziell eingetragen wird - eingehen könnten und damit bloß zwei Rechte erwürben. Diese sind Unterhalt für im Regelfall maximal ein Jahr, wenn einer der Partner keine zum Lebensunterhalt ausreichenden Einkünfte hat, sowie die Teilung von Besitz.













