Spanische Städte wählten Bürgermeister
Die meisten Städte Spaniens werden von den Konservativen regiert. Dies ist die Folge des Debakels, das die Sozialisten bei den Kommunalwahlen vom 22. Mai erlebt hatten. Am Samstag wählten die Stadtparlamente nun ihre neuen Bürgermeister. In Madrid wurde das konservative Stadtoberhaupt Alberto Ruiz Gallardon im Amt bestätigt.
In San Sebastian (Donostia) löste der baskische Separatist Juan Carlos Izagirre den Sozialisten Odon Elorza ab, der seit 20 Jahren Bürgermeister der nordspanischen Küstenstadt gewesen war. Izagirre gehört der neu gegründeten Allianz Bildu (Versammlung) an, die der verbotenen baskischen Separatistenpartei Batasuna (Einheit) nahesteht. Die spanischen Konservativen hatten verlangt, den Zusammenschluss von den Kommunalwahlen am 22. Mai auszuschließen, weil er sich nicht deutlich genug von der Terror-Organisation ETA distanziert habe. Die Justiz lehnte ein Verbot jedoch ab.
Knapp drei Wochen nach den Wahlen traten die meisten der mehr als 8.000 Kommunalparlamente in Spanien am Samstag zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen. In Barcelona wurde die Wahl des Bürgermeisters auf den 1. Juli verschoben, weil der Ausgang der Wahl zum Stadtparlament angefochten worden war.
In mehrere Städten des Landes demonstrierten indes Anhänger der Protestbewegung der "Indignados" (Empörte) gegen die Korruption in der Politik und gegen die Vorherrschaft der etablierten Parteien. In Madrid sperrte die Polizei mehrere Straßen in der Altstadt, um zu verhindern, dass die Demonstranten zum Rathaus gelangen konnten. In Valencia protestierten Anhänger der Bewegung mit Pfiffen und Topf-Geklapper lautstark gegen die Wiederwahl der konservativen Bürgermeisterin Rita Barbera.
In Madrid und Barcelona und anderen Städten begannen die "Indignados" damit, ihre vor vier Wochen errichteten Protestlager abzubauen. Die Bewegung hatte im Mai Zehntausende von Menschen auf die Beine gebracht und als "spanische Revolution" weltweit Aufsehen erregt.













