215 Millionen Kinder werden ausgebeutet
Rund 215 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten. Mehr als die Hälfte von ihnen, etwa 115 Millionen, verrichten schwere und gefährliche Arbeit. In Afrika schuftet jedes dritte Kind, in Asien sind es 13 Prozent.

Foto © ReutersDer achtjährige Khaled arbeitet täglich 12 Stunden in einer Fabrik in Bangladesh.
Erschreckende Zahlen machte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Freitag in Genf zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni publik. Rund 215 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten. Mehr als die Hälfte von ihnen, etwa 115 Millionen, verrichten schwere und gefährliche Arbeit. Dies müsse entschieden bekämpft werden. Die den Vereinten Nationen nahestehende Organisation fordert, dass die Regierungen weltweit eine Liste gefährlicher Arbeiten erstellen und diese verbieten.
Als gefährlich gelten unter anderem Arbeit unter Tage, der Umgang mit giftigen Chemikalien oder gefährlichen Maschinen, das Tragen schwerer Lasten oder sexuelle Ausbeutung. Ein Abkommen aus dem Jahr 1999, das 173 der 183 ILO-Mitgliedstaaten ratifiziert haben, schreibt vor, dass solche gefährlichen Arbeiten für Kinder unter 18 Jahren verboten sind. Als Folge der Vereinbarung sei die Zahl der Kinder zwischen fünf und 17 Jahren, die gefährliche Arbeiten verrichten, zwischen 2004 und 2008 zurückgegangen - vor allem bei Mädchen, berichtete die ILO.
In der Altersgruppe zwischen 15 und 17 Jahren sei die Zahl im selben Zeitraum jedoch von 52 auf 62 Millionen und damit um ein Fünftel gestiegen. "Jede Minute erleidet irgendwo auf der Welt ein Kind bei der Arbeit einen Unfall, eine Erkrankung oder ein psychologisches Trauma", heißt es in dem ILO-Bericht "Kinder bei gefährlicher Arbeit - Was wir wissen, was wir tun müssen". Besonders die jetzt abklingende weltweite Finanz-und Wirtschaftskrise droht nach ILO-Angaben diesen Trend noch zu verschlimmern. Das von der Staatengemeinschaft gesetzte Ziel, bis 2016 den schlimmsten Formen der Kinderarbeit ein Ende zu setzen, gerate in Gefahr.












