Verwirrung um Todesopfer bei Flüchtlings-Katastrophe
Die tunesische Küstenwache hat am Freitag Berichte über die Bergung von mehr als hundert Toten nach einem Schiffsunglück vor der Mittelmeerküste des Landes zurückgewiesen. Das Boot der Afrikaner soll diese Woche gesunken sein.

Foto © APAIn Booten wie diesen wagen Flüchtlinge aus Afrika die Überfahr Richtung Europa. Oft enden die Fluchtversuche auf tragische Weise.
"Wir haben bisher nur zwei Leichen geborgen", sagte Behördenchef Lotfi Baili der Nachrichtenagentur AFP. Nach deren Fund hätten die Sucharbeiten wegen schlechten Wetters eingestellt werden müssen. Auch der Chef der Küstenwache in der Hafenstadt Sfax, Tahar Landoulsi, sagte, es seien nur zwei Leichen gefunden worden. Beide widersprachen damit Angaben des tunesischen Roten Halbmonds, der von bis zu 150 ertrunkenen Flüchtlingen gesprochen hatte.
Ein Vertreter des Rettungsdiensts hatte AFP zuvor gesagt, nach dem Unglück seien 123 Tote an Land gebracht worden. Rund 600 Menschen hätten gerettet werden können, etwa 200 würden vermisst. Die Internationale Organisation für Migration sprach ebenfalls unter Berufung auf Angaben des tunesischen Roten Halbmonds vom Vortag von 150 Toten. Das am Mittwoch gekenterte Schiff soll mit rund 800 Menschen an Bord völlig überfüllt gewesen sein. Nach Angaben der tunesischen Nachrichtenagentur TAP lief es am Dienstag auf eine Sandbank. Bei einer Bergungsaktion der tunesischen Behörden sei starkes Gedränge entstanden, wodurch das Schiff umgekippt sei.












