China entschädigt Familien von Tian'anmen-Opfern
Erstmals seit der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung vor 22 Jahren in China ist einigen Familien der Opfer finanzielle Entschädigung angeboten worden. In einem Appell für eine gerechte Aufarbeitung des Massakers vom 4. Juni 1989 enthüllten die "Tian'anmen-Mütter", Angehörige der Sicherheitsbehörden hätten "private, individuelle Gespräche und Dialog" mit einigen Familien aufgenommen.
"Die Besucher sprachen nicht davon, die Wahrheit öffentlich zu machen, juristische Ermittlungen einzuleiten oder eine Erklärung für jeden Fall der Opfer zu geben. Stattdessen brachten sie nur die Frage vor, wie viel zu bezahlen sei", berichtete das lose Netzwerk in dem Appell, den die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Human Rights in China (HRiC) veröffentlichte.
Das Angebot einer Entschädigung sollte auch nur für individuelle Fälle gelten, nicht für die gesamte Gruppe der Familien. Die "Mütter von Tian'anmen" zeigten sich befremdet und überrascht. Denn gleichzeitig sei die Unterdrückung in China vor dem Hintergrund der Volksaufstände im arabischen Raum verschärft worden, und die Menschenrechtslage habe sich drastisch verschlechtert.
Nach eigenen Angaben haben die Familien 203 Todesopfer des Massakers identifiziert. Es gebe aber viele weitere Opfer, die noch nicht gefunden worden seien.












