Ist Ratko Mladic schwer krank?
Nach der Festnahme des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Ratko Mladic herrscht Verwirrung über dessen Gesundheitszustand. Seine Vernehmung, die am Donnerstag abgebrochen worden war, soll am Freitag fortgesetzt werden.

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Die für den Freitag angekündigte Fortsetzung der am Donnerstagabend begonnenen Anhörung von Ratko Mladic hängt vom ärztlichen Gutachten ab. Wie der Belgrader Sender B-92 berichtete, wurde der ehemalige Militärchef der bosnischen Serben von einem Ärzteteam untersucht. Von dessen Gutachten werde der genaue Beginn der Anhörung abhängen, meldete der Sender unter Hinweis, dass damit gegen Mittag zu rechnen ist.
Nicht vernehmungsfähig?
Mladic war Donnerstag früh in dem Vojvodina-Dorf Lazarev festgenommen worden, wo er unter dem Namen Milorad Komadic lebte. Falsche Personaldokumente hatte der Haager Angeklagte allerdings nicht. Bei ihm wurde sein abgelaufener Personalausweis sichergestellt. Der serbische Vize-Sonderstaatsanwalt für Kriegsverbrechen Bruno Vekaric sagte nach der ersten Anhörung von Mladic am Donnerstagabend, dass er dieselben Standpunkte wie in den 1990er Jahren vertreten habe. Die Anwälte des Haager Angeklagten behaupteten jedoch, dass er nicht vernehmungsfähig war. Er sei nicht einmal in der Lage gewesen, seine persönlichen Daten anzugeben, habe jedoch erklärt, dass er das Haager Tribunal nicht anerkenne, berichtete Milosa Saljic, der Anwalt von Mladic' Familie.
Schlaganfall?
Mladic sei auf aktuellen Fotos nicht wiederzuerkennen. Die Medien veröffentlichten am Freitag in Belgrad Porträts des inzwischen 69-Jährigen, auf denen er abgemagert und mit ausgefallenem Haar erscheint. Er zeige zudem starke Demenzerscheinungen, berichteten die Belgrader Zeitungen.
Mladics rechter Arm sei nach einem Schlaganfall steif geblieben. Auf den letzten existierenden Fotos, die zehn Jahre alt waren, ist Mladic noch als lebensstrotzender fülliger Mann zu sehen.
Gesuchter Mladic in Serbien festgenommen
In Belgrad ist nach der Festnahme Mladic' ein Kundgebungsverbot verhängt worden. Etwa 700 Anhänger von Mladic haben am Donnerstagabend in Novi Sad und Belgrad gegen die Festnahme demonstriert. In der Vojvodina-Hauptstadt waren rund 500, meist junge Protestler bemüht, in das Gebäude des TV-Senders "Vojvodina" und der regierenden Demokratischen Partei vorzudringen. Sie wurden vom starken Polizeiaufgebot daran gehindert. Zwei Personen erlitten leichte Verletzungen. In Belgrad und Novi Sad wurden nach Polizeiangaben 35 Randalierer festgenommen.













