UNO-Tribunal: "Mladic unschuldig, bis Schuld bewiesen ist"
Das UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien hat vor einer Vorverurteilung des festgenommenen serbischen Ex-Militärchefs Ratko Mladic gewarnt und betont die Unschuldsvermutung.

Foto © APLazarevo, der Ort in dem Mladic verhaftet wurde
Das UNO-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) hat vor einer Vorverurteilung des festgenommenen serbischen Ex-Militärchefs Ratko Mladic gewarnt. "Obwohl ihm schwerste Verbrechen vorgeworfen werden, gilt Mladic, wie alle anderen Angeklagten vor dem Tribunal, als unschuldig, bis eine Schuld bewiesen ist", hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme des ICTY.
Das 1993 zur Aufarbeitung der schwersten Kriegsverbrechen im früheren Jugoslawien durch den UNO-Sicherheitsrat geschaffene Tribunal in Den Haag begrüßte die Festnahme von Mladic. Er müsse nach Abschluss der relevanten juristischen Verfahren in Serbien möglichst schnell nach Den Haag überstellt werden, erklärte ICTY-Sprecherin Nerma Jelacic.
Untersuchungshaft und formelle Anklage
Dort werde Mladic in Untersuchungshaft genommen und dann einem Richter zur formellen Bekanntgabe der Anklage vorgeführt. Dabei erhalte er die Möglichkeit, sich bei jedem Punkt der umfangreichen Anklage wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen schuldig oder unschuldig zu bekennen.
Die Festnahme von Mladic "ist ein Meilenstein in der Geschichte des Tribunals und bringt es dem Abschluss seiner Arbeit näher". Der Gerichtshof verwies zugleich darauf, dass mit Goran Hadzic, dem früheren politischen Führer der serbischen Volksgruppe in Kroatien, noch ein vom ICTY gesuchter mutmaßlicher Kriegsverbrecher auf freiem Fuß ist. Auch er werde hoffentlich bald festgenommen.












