Taliban dementieren Bericht über Tod ihres Führers
Die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan haben einen Bericht über den Tod ihres Anführers Mullah Omar energisch zurückgewiesen. "Er ist in Afghanistan und führt den Jihad (Heiligen Krieg)", sagte ein Taliban-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa am Montag in einem Telefongespräch. Ein Mitarbeiter des afghanischen Geheimdienstes bestätigen hingegen den Tod Omars.
Der private afghanische Sender Tolo TV hatte zuvor unter Berufung auf eine ungenannte Quelle im NDS gemeldet, Mullah Omar sei in Pakistan getötet worden. Tolo berichtete, Mullah Omar sei bereits vor zwei Tagen erschossen worden, als er vom früheren Chef des pakistanischen Geheimdienstes ISI, Hamid Gul, von der südwestpakistanischen Stadt Quetta ins Stammesgebiet Nord-Waziristan an der afghanischen Grenze gebracht werden sollte.
Aus dem pakistanischen Geheimdienst ISI hieß es am Montag: "Wir haben keine Informationen darüber, dass Mullah Omar getötet wurde. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es in der im Bericht genannten Gegend kürzlich zu einer Operation von pakistanischen oder US-Kräften gekommen ist."
Taliban-Sprecher Mujahid sagte, mit den Berichten über Mullah Omars Tod versuchten Geheimdienste, Unruhe unter den Aufständischen zu verbreiten. Ex-ISI-Chef Hamid Gul hat den Einsatz der ausländischen Truppen in Afghanistan stets abgelehnt und offen mit den Taliban sympathisiert. In Quetta wird der Führungsrat der Taliban vermutet, die sogenannte Quetta-Schura. Nord-Waziristan ist Zufluchtsort für radikal-islamische Aufständische, die von dort aus Ziele im benachbarten Afghanistan angreifen.












