Obama sucht in Europa nach einer neuen Allianz
US-Präsident Barack Obama beginnt am Montag seine Europareise in Irland. Von dort aus reist er weiter nach Großbritannien, zum G-8-Gipfel in Frankreich und nach Polen. Von Europa wird Obama einen stärkeren Beitrag zu den aktuellen Konflikten in der Welt verlangen.

Foto © APBarack Obama besucht ab Montag Europa
Eigentlich hat Barack Obama derzeit Wichtigeres zu tun, als sich um Europa zu kümmern. In Nahost brennt es, im eigenen Land drückt ihn die Schuldenkrise - und der Präsidentschaftswahlkampf wirft seine Schatten voraus. Da kann der "alte Kontinent" mit seinen Sorgen schon lästig werden. Doch der US-Präsident hat bei seiner Reise in dieser Woche Wichtiges zu sagen: Wenn Europa ein Global Player bleiben will, muss es sich mehr anstrengen. Ob Militäraktion in Libyen oder Hilfe für Nahost - ein stärkerer Beitrag wird verlangt.
Nüchterne Fragen der Zusammenarbeit
Obama erwartet bei seiner sechstägigen Reise ein straffer Zeitplan. Der Aufenthalt umfasst neben den Staatsbesuchen in Irland, Großbritannien und Polen auch die Teilnahme am G8-Gipfel im französischen Seebad Deauville. Dass diese Europatour im Gegensatz zu den ersten beiden aber nicht zur Vergnügungsreise wird, liegt daran, dass die Auftritte nach zwei Amtsjahren nicht mehr von der Euphorie des Neubeginns und seiner charismatischen Persönlichkeit geprägt sind. Es geht um nüchterne Fragen der künftigen Zusammenarbeit.
In vielen Bereichen gibt es konkreten Abstimmungsbedarf - sei es die Zukunft des Afghanistaneinsatzes, die Nahostpolitik oder die Unterstützung der Demokratiebewegung in der arabischen Welt. In London soll es eine wichtige politische Rede zum US-europäischen Verhältnis geben. Dabei dürfte Obama klarmachen, was er vom "alten Kontinent" erwartet.
Auf ein Bier ins Pub?
Nur seine erste Station am Montag steht - anders als der Rest - seit Wochen Kopf: Obama will den irischen 300-Seelen-Ort Moneygall besuchen. Von dort stammt sein Ur-Ur-Urgroßvater mütterlicherseits. "Es kann gut sein, dass der Präsident in ein Pub geht und ein großes Bier trinkt", sagen Leute in Washington, die es wissen müssen. Irland und irische Herkunft werden von Angehörigen der politischen Klasse in Washington bekanntlich sehr ernst genommen - selbst von einem Präsidenten schwarzer Hautfarbe.













