Strauss-Kahn: Angeklagt, aber auf Kaution frei
Der frühere Währungsfonds-Chef Dominique Strauss-Kahn wurde offiziell angeklagt, kommt aber gegen Kaution frei. Auch eine Callgirl-Chefin packt aus: Ihre Mädchen hatten Angst vor Dominique Strauss-Kahn.

Foto © ReutersDominique Strauss-Kahn ist auf freiem Fuß
Dominique Strauss-Kahn, der bisherige Vorsitzende des Internationalen Weltwährungsfonds, wird auf Kaution freigelassen; für eine Million Dollar, dazu fünf Millionen Dollar als Grundschuld auf sein Haus in Washington DC.
Er darf die Wohnung seiner Tochter in Manhattan nicht verlassen. Dies entschied der Vorsitzende Richter bei einer Anhörung von dem New York State Supreme Court in Manhattan. Der französische Banker sitzt wegen Vergewaltigungsvorwürfen in New York in Haft.
DSK, wie er genannt wird, wurde von seiner Frau und seiner Tochter begleitet; in und vor dem Gericht drängelten sich Hunderte Reporter aus aller Welt.
Manhattans Generalstaatsanwalt Cyrus Vance jr. wollte DSK bis zum eigentlichen Prozesstermin in Haft behalten. Die Staatsanwaltschaft erklärt, genug Beweise zu haben, darunter DNA-Spuren, die ausgewertet worden seien und die Aussage des Opfers, eine 32-jährige Immigrantin aus dem afrikanischen Guinea. Sie trug vor, dass DSK, eine einflussreiche, internationale Figur, flüchten könne, so wie Roman Polanski, außerdem fühle sich das Opfer sicherer, wenn er eingesperrt bleibe. Unterdessen hat eine Grand Jury in Manhattan formal Anklage gegen Strauss-Kahn wegen Vergewaltigung erhoben. Das State Department hat inzwischen erklärt, er genieße keine diplomatische Immunität. Als Chef des IWF ist er am Donnerstag zurückgetreten. Strauss-Kahn besteht darauf, dass er unschuldig sei.
Die Zeitungen überschlagen sich seit Tagen in Details - Strauss-Kahns Anwälte, aber auch Polizei und Staatsanwaltschaft füttern die Presse rund um die Uhr.
Immer pikantere Details
So schreibt die von Anfang an gut informierte "New York Post" schreibt, dass Dominique Strauss-Kahn auf "einvernehmlichen Sex" plädieren werde. In der britischen "Times", die ebenfalls zum Murdoch-Konzern gehört, hieß es, DSK habe bei einem früheren New-York-Besuch Prostituierte beim gleichen Escort Service bestellt wie der - zurückgetretene - New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer, und er habe die Frauen grob behandelt. Eine ehemalige Callgirl-Chefin erklärte, ihre Mädchen hätten Angst vor Dominique Strauss-Kahn gehabt.













