US-Gespräche mit Taliban in Deutschland
Die USA sollen nach einem Bericht der "Washington Post" in Deutschland Gespräche mit den afghanischen Taliban geführt haben. Demnach habe Washington im Bemühen um eine Verhandlungslösung im Afghanistan-Krieg die Gespräche mit den radikal-islamischen Aufständischen vorangetrieben.
Das Blatt schrieb unter Berufung auf einen hochrangigen afghanischen Regierungsvertreter, ein Vertreter der US-Regierung habe sich mindestens dreimal in Katar und in Deutschland mit einem Repräsentanten der Taliban getroffen. Der Gesprächspartner gelte als jemand, der Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar nahe stehe. Zu dem bisher letzten Treffen sei es erst "vor acht oder neun Tagen" gekommen, heißt es.
Das US-Außenministeriumshabe sich nicht zu dem konkreten Fall äußern wollen, berichtete die "Washington Post". Im vergangenen Herbst war bekanntgeworden, dass der afghanische Präsident Karzai und seine westlichen Verbündeten bei Geheimgesprächen auf einen Schwindler reingefallen waren, der sich zu Unrecht als Taliban-Anführer ausgegeben hatte.
Die "Washington Post" zitierte US-Regierungsvertreter, die "Sondierungsgespräche" seien noch vorläufiger Natur - und keine echten Verhandlungen etwa über eine Regierungsbeteiligung der Aufständischen. Bis dahin würden vermutlich noch Jahre vergehen. US-Präsident Obama hofft offenbar, dass er über Fortschritte berichten kann, wenn er sich im Juli zum bevorstehenden Beginn des US-Truppenabzugs äußert.
Die Beziehungen zwischen Washington und Islamabad sind seit der US-Geheimoperation zur Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in Pakistan schwer belastet. Bin Laden hatte mehrere Jahre lang unbehelligt in Pakistan leben können. Ebenfalls in Pakistan wird der Führungsrat der afghanischen Taliban - die sogenannte Quetta-Shura - unter Mullah Omar vermutet.












