Roter Einsatz für Regenbogenfamilien
Die Frauenministerin will homosexuellen Paaren Kinderadoption erleichtern.

Foto © APA
WIEN. Die SPÖ feilt an ihren gesellschaftspolitischen Positionen und nähert sich dabei den Grünen an. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek will sich nun verstärkt für homosexuelle Paare mit Kinderwunsch einsetzen. "Ich bin überzeugt, dass die Menschen viel weiter sind, als manche in der Politik glauben", sagt die Ministerin.
Allerdings: Ohne Zustimmung von Koalitionspartner ÖVP geht nichts. Heinisch-Hoseks Ansprechpartnerin dort ist Justizministerin Beatrix Karl. Deren Vorgängerin Claudia Bandion-Ortner wollte von den roten Plänen nichts wissen. Karl gibt sich noch bedeckt: "Kein Kommentar", heißt es aus ihrem Büro. Fest steht derzeit nur, dass die beiden Ministerinnen demnächst zu Verhandlungen zusammentreffen werden.
Schon jetzt gibt es in Österreich "Regenbogenfamilien" - gleichgeschlechtliche Paare, die gemeinsam Kinder aufziehen. Dabei handelt es sich in der Regel um die leiblichen Kinder eines der beiden Partner (meist Frauen). "Das ist eine gesellschaftliche Realität", sagt Heinisch-Hosek. Sie will dem anderen Partner ein Adoptionsrecht einräumen und würde auch die Adoption nicht-leiblicher Kinder befürworten - ebenso wie künstliche Befruchtung, die homosexuellen Paaren derzeit verwehrt bleibt. Über dieses Verbot urteilt demnächst der Verfassungsgerichtshof. Der Oberste Gerichtshof hält die derzeitige Regelung für verfassungswidrig.
Für gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch gelten nicht überall dieselben Bedingungen. Die liberalste Regelung hat Wien. Die rot-grün regierte Hauptstadt spricht seit Jahren gezielt homosexuelle Paare als Pflegeeltern für Kinder aus schwer zerrütteten Familien an. Die Zahl der lesbischen und schwulen Ersatzeltern bleibt zwar überschaubar, aber sie steigt.












