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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2011 um 18:25 UhrKommentare

Wien soll Festnahme von Zawahiri abgelehnt haben

Foto © APA

Die österreichischen Behörden hätten im Jahr 1995 die Festnahme des Al-Kaida-Führers Ayman al-Zawahiri abgelehnt. Das sagte der ehemalige bulgarische Innenminister Georgi Lambow gegenüber dem staatlichen Radiosender "Darik". Al-Zawahiri, der heute als Nummer zwei in der Al-Kaida gilt, sei damals von Österreich aus nach Bulgarien gereist, um in die Türkei zu gelangen.

Wien habe von Sofia verlangt, den Mann zu verhaften, die bulgarischen Behörden hätten aber den Spieß umgedreht, und gleiches von Österreich verlangt. "Ich habe ihnen gesagt, verhaftet ihn doch in Österreich", berichtete Lambow. "Warum sollten wir ihn in Bulgarien festnehmen, um dadurch Attentate zu provozieren?" Nach jeder Festnahme eines Terroristen sei es in den betreffenden Ländern zu "drei bis vier Attentaten" durch Islamisten gekommen, sagte Lambow.

Zawahiri soll nach Angaben von des Ex-Innenministers und des Ex-Polizeichefs Wladimir Manolow in den 1990er-Jahre unter falschem Namen zweimal nach Bulgarien gereist sein. Er wurde damals als Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Mord am ägyptischen Staatschefs Anwar el Sadat 1981 gesucht.

In Österreich könnte sich Zawahiri länger aufgehalten haben. Wien in den 1990er-Jahren war laut dem deutschen Autoren Jürgen Elsässer ("Wie der Dschihad nach Europa kam") eine Drehscheibe für die Finanzierung und die Waffengeschäfte von ausländischen Islamisten, die im Bosnien-Krieg mitkämpften. Im Mittelpunkt stand damals die Wiener Zentrale der "Third World Relief Organization", die von sudanesischen Moslem-Fundamentalisten gegründet wurde, um islamistische Spendengelder aus der ganzen Welt nach Bosnien zu schicken. Auch der jüngst getötete Al-Kaida-Chef Osama bin Laden soll damals einen bosnischen Pass erhalten und damit sogar nach Wien gereist sein.

Quelle: APA

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