Evangelisches Kirchenasyl für Gambier in Tirol

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In den Fall rund um einen von der Abschiebung bedrohten Gambier in Tirol hat sich jetzt die Evangelische Kirche eingeschaltet. Sie werde dem 20-Jährigen Kirchenasyl gewähren, hieß es am Mittwoch. Superintendentin Luise Müller wolle den Mann in ihrem Amtssitz in Innsbruck aufnehmen, um ihm "Schutz und Unterkunft" zu bieten.
"Dadurch soll verhindert werden, dass durch eine voreilige Abschiebung noch vor Ausgang einer grundlegenden Prüfung Fakten geschaffen werden, die nur schwer rückgängig gemacht werden und den jungen Mann in seinem Menschenrecht verletzen könnten", erklärte Müller. Mit dieser Maßnahme wolle sie den Behörden die Gelegenheit geben, diesen komplexen Bleiberechtsfall noch einmal eingehend zu prüfen, führte die Superintendentin weiter aus. Mit einem Kirchenasyl hatte bereits Pfarrer Josef Friedl aus Ungenach in Oberösterreich Aufmerksamkeit erlangt, als er Arigona Zogaj bei sich aufnahm.
"Wo Recht und Menschlichkeit unter die Räder kommen, muss die Kirche einspringen", meinte der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Michael Bünker. Auch er unterstütze die Vorgehensweise. Der Ausschuss für Diakonie und soziale Fragen der Evangelischen Kirche in Österreich habe sich in einer Sitzung am Dienstag solidarisch mit der Entscheidung zum Kirchenasyl der Diözese Salzburg und Tirol erklärt.
Als "großzügiges Angebot der Evangelischen Kirche Österreich" bezeichnete Ingrid Felipe, Landessprecherin der Tiroler Grünen, die Aktion. Mit der Solidarisierung mit Lamin Jaiteh und diesem Angebot sei eine "neue Dimension erreicht" worden. "Eine ruhige Insel, wo er sich sicher fühlt, ist jetzt ganz wichtig für Lamin", sagte sie.
Montagabend hatten rund 200 Menschenrechtsaktivisten mit einer Sitzblockade vor der Polizeistation in Hall in Tirol gegen die Abschiebung protestiert und diese auch vorerst verhindert. Der 20-Jährige hätte noch in der Nacht nach Wien überstellt und in der Früh mit dem Flugzeug abgeschoben werden sollen. Bis auf weiteres hat er die Auflage, sich jeden Tag um 8.00 Uhr und um 20.00 Uhr bei der Dienststelle in Hall zu melden.













