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Zuletzt aktualisiert: 07.05.2011 um 15:04 UhrKommentare

Amnesty kritisiert Bin-Laden-Tötung

Die Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation Amnesty International sieht in der Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden durch ein US-Spezialkommando in Pakistan eine klare Verletzung des Kriegsvölkerrechts.

Foto © APA

"Er hätte einem fairen Gerichtsverfahren zugeführt werden müssen", schreibt der stellvertretende Generalsekretär der deutschen Amnesty-Sektion, Wolfgang Grenz, in der taz.

Er wandte sich gegen die Rechtsauffassung der USA, sich in einem weltweiten bewaffneten Konflikt gegen Al-Kaida zu befinden: "Diese Auffassung sprengt den Rahmen des internationalen Kriegsvölkerrechts, das für territorial begrenzte Konflikte entworfen wurde." Demnach hätten die USA nicht das Recht gehabt, "den unbewaffneten Bin Laden auf der Stelle zu töten".

Der frühere pakistanische Militärmachthaber Musharraf warf den USA unterdessen vor, mit ihrer tödlichen Kommandoaktion gegen bin Laden die Souveränität seines Landes gröblich verletzt zu haben. Kein pakistanischer Bürger und kein anderes Land der Welt könnten ein solches Vorgehen akzeptieren, sagte Musharraf der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinenden englischsprachigen Zeitung "The National" (Samstag). Gleichzeitig sprach er sich gegen jede Konfrontation zwischen Islamabad und Washington aus. Pakistan und die USA müssten vielmehr eng zusammenarbeiten, um mit dem Terrorismus fertig zu werden.

Den Geheimdiensten seines Landes hatte Musharraf am Vortag "Inkompetenz" vorgeworfen. Es gebe nur zwei Möglichkeiten, warum die Existenz Bin Ladens in Pakistan unentdeckt geblieben sei: Entweder habe es "Komplizen in unseren Geheimdiensten" gegeben, oder es sei auf deren Unfähigkeit zurückzuführen.

Vor seinem blutigen Ende vor wenigen Tagen lebte bin Laden knapp siebeneinhalb Jahre unbehelligt und unerkannt in Pakistan. Das berichteten am Samstag übereinstimmend die "New York Times" und die pakistanische "Dawn" über die Ergebnisse der ersten Verhöre von Bin Ladens Witwe Amal al-Sadah. Die Auswertung der Unterlagen, die bei der Kommandoaktion in Bin Ladens Haus sichergestellt wurden, ergab inzwischen "erste Spuren".

Demnach hatte der Chef des Terrornetzwerks Al-Kaida bei der US-Invasion Afghanistans im Oktober 2001 das Höhlensystem in den Tora Bora-Bergen verlassen und sich bis 2003 im Gebirge im Grenzgebiet zu Pakistan versteckt. Danach sei er in das pakistanische Dorf Khak Shah Mohammad im Bezirk Haripur "umgezogen", ehe er mit seiner Familie im Jahr 2005 in das etwa 40 Kilometer entfernte Haus in Abbottabad umzog, in dem er vor wenigen Tagen von einem US-Kommandotrupp getötet wurde.


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