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Zuletzt aktualisiert: 04.05.2011 um 22:16 UhrKommentare

Obama: Fotos bleiben unter Verschluss

Wegen möglicher Anstachelung zu weiterer Gewalt oder der Verwendung als Propaganda-Werkzeug werden keine Fotos des getöteten Terroristenchefs Osama bin Laden veröffentlicht. Obama hat sich am Mittwoch einvernehmlich mit Clinton und Gates gegen eine Veröffentlichung ausgesprochen.

Foto © APA

Das Weiße Haus will die Fotos des toten Terroristenchefs Osama bin Laden unter Verschluss halten, um kein Propagandamaterial zu schaffen. US-Präsident Barack Obama habe sich gegen eine Freigabe der Bilder entschieden, weil er eine Gefährdung der nationalen Sicherheit fürchte, teilte Sprecher Jay Carney mit.

Obama sagte in einem Interview des Senders CBS, das am Mittwoch aufgestrahlt werden sollte: "Es ist uns sehr wichtig, dass sehr eindringliche Fotos von jemandem, dem in den Kopf geschossen wurde, nicht zur Anstachelung weiterer Gewalt oder als Propaganda-Werkzeug im Umlauf sind. Das sind wir nicht". Die US-Regierung werde die Aufnahmen nicht wie "Trophäen" behandeln.

Es gebe keinen Zweifel, dass Bin Laden tot sei, sagte Obama weiter. Auch Mitglieder des Terrornetzes Al-Kaida bezweifelten das nicht. Ob die Fotos veröffentlicht würden oder nicht, mache keinen Unterschied. Wer noch immer nicht vom Tod des Terroristenchefs überzeugt sei, werde auch nicht von Bildern umgestimmt.

Obama sagte, er habe die Fotos selber gesehen, wollte sich aber nicht über seine Reaktion äußern. Nachdem der Leichnam Bin Ladens ausgeflogen worden war, "hatten wir an diesem Punkt eine deutliche Bestätigung, dass er es ist". Danach seien Fotos gemacht worden, und eine Gesichtsanalyse zeigte, dass es sich tatsächlich um Bin Laden handle. "Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch keinen Erbgut-Test gemacht, aber an diesem Punkt waren wir zu 95 Prozent sicher."

Alle stimmen zu

Der Präsident sagte, er habe die Frage der Veröffentlichung mit Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates besprochen. "Und sie stimmen alle zu", sagte Obama.

Nach Informationen des US-Senders CNN war der Präsident von Anfang an nicht von der Vorstellung angetan, die Bilder an die Öffentlichkeit zu geben. Er habe eine Freigabe für "übertrieben" gehalten. Dass CIA-Chef Leon Panetta es am Vortag als wahrscheinlich bezeichnet hatte, das die Fotos veröffentlicht würden, habe in der Regierung "keine Begeisterung" ausgelöst, hieß es weiter.

Nach einer CNN-Umfrage sind 56 Prozent der Amerikaner dafür, die Aufnahmen zu veröffentlichen. 39 Prozent lehnen das ab.

Sprecher Carney wies Kritik zurück, die Beisetzung Bin Ladens auf hoher See störe die Beziehungen zur muslimischen Welt. Es habe "beträchtliche Anstrengungen" gegeben, dem toten Terroristenchef ein den islamischen Vorschriften entsprechendes Begräbnis zu geben. "Der Respekt, der ihm und seinem Leichnam zuteil wurde, war weit größer als der Respekt, den Osama bin Laden den Opfern vom 11 September 2001 oder allen anderen Opfern gegenüber gezeigt hat."

Die Regierung hatte tagelang beraten, ob sie die Aufnahmen freigeben soll, um eine endgültigen Beweis für den Tod des Terroristenchefs zu liefern. Skeptiker hatten zu bedenken gegeben, dass die Bilder "zu grauenhaft" seien, um sie zu veröffentlichen. US-Sender zitierten ungenannte Quellen, nach denen auf den Aufnahmen eine klaffende Schusswunde am Kopf sowie Gehirnmasse zu sehen seien.


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