UNO-Sicherheitsrat "begrüßt" Tod von Bin Laden

Foto © APA
Der UNO-Sicherheitsrat hat den Tod des Terroristenführers Osama bin Laden ausdrücklich begrüßt. Das Gremium verabschiedete in New York eine Erklärung, in der von einer "entscheidenden Entwicklung" im Kampf gegen den Terrorismus gesprochen wird. Der Gründer des Netzwerkes Al Kaida könne nie wieder "Akte des Terrorismus" wie bei den Anschlägen vom 11. September 2001 begehen, hieß es.
Eine solche Erklärung zum Tod eines Menschen des Sicherheitsrates ist äußert selten. Der Sicherheitsrat forderte die Staatengemeinschaft auf, weiterhin wachsam zu sein und gemeinsam den Kampf gegen den Terrorismus voranzutreiben. Zudem wies das Gremium darauf hin, dass Terrorismus nicht alleine durch Militär und Strafverfolgung bekämpft werden könne, sondern durch die Entwicklung von Zivilgesellschaften und einem wachsenden Verständnis davon, wie und warum sich terroristisches Gedankengut entwickelt.
UNO-Generalsekretär Ban hatte vor dem Treffen des Sicherheitsrats den Tod von Bin Laden als "Wendepunkt" im gemeinsamen Kampf gegen den internationalen Terrorismus bezeichnet. Die Verbrechen von Al Kaida hätten Schmerz und Verlust von Tausenden von Menschenleben auf fast allen Kontinenten gebracht. "Ich selbst war an diesem traurigen Tag hier in New York", sagte Ban mit Blick auf die Terroranschläge auf das World Trade Center 2001. US-Präsident Obama will am Donnerstag am Ground Zero mit Angehörigen der Opfer zusammenkommen
Die US-Regierung schloss unterdessen nicht aus, Fotos von Bin Laden zu veröffentlichen. Die Vereinigten Staaten würden alles tun, um Zweifel am Tod des Drahtziehers der Anschläge von 9/11 auszuräumen, sagte der Anti-Terror-Berater von Obama. Deshalb werde die Veröffentlichung von Informationen und auch Fotos geprüft. Osama bin Laden war in der Nacht zum Montag durch eine US-Kommandoeinheit in Pakistan erschossen worden.
Die pakistanische Regierung ihrerseits will mögliche Versäumnisse bei der Suche nach dem nun getöteten Al-Kaida-Chef prüfen. Es werde eine "vollständige Untersuchung" zu der Frage geben, warum dem Geheimdienst der Aufenthalt von Bin Laden in Pakistan entgangen sei, sagte der pakistanische Botschafter in den USA. Afghanistans ehemaliger Handelsminister Mohammad Amin Farhang warf Pakistan vor, von dem Aufenthalt des Al-Kaida-Chefs im eigenen Land gewusst zu haben. "Die pakistanische Regierung wusste immer, dass er da ist, aber wollte das vertuschen", sagte der Politiker.
Die Nachricht vom Tod Bin Ladens hat übrigens auch den Kurznachrichtendienst Twitter heiß laufen lassen. Über einen Zeitraum von mehr als vier Stunden habe es eine riesige Welle von Online-Botschaften gegeben, zeitweise seien von den Nutzern 5.000 Mitteilungen pro Sekunde erzeugt worden, erklärte das Unternehmen in San Francisco. Demnach wurden um die Verkündung des Todes von Bin Laden die höchsten, jemals über einen längeren Zeitraum verzeichneten Nutzerwerte gemessen.













