65 Taliban-Ausbrecher in Kandahar wieder gefasst

Foto © APA
Nach der Flucht von fast 500 Rebellen aus einem Gefängnis im südafghanischen Kandahar haben Sicherheitskräfte 65 Häftlinge wieder gefangen genommen. Das Büro des Gouverneurs der Provinz Kandahar teilte mit, zwei weitere Flüchtlinge seien in Kandahar-Stadt getötet worden, als sie sich der Festnahme widersetzten. Die Polizei wird bei der Fahndung durch NATO-Truppen unterstützt.
487 Aufständischen war am Montag eine spektakuläre Flucht aus dem Sarposa-Gefängnis durch einen 320 Meter langen Tunnel gelungen. Zwei Flüchtlinge waren kurz darauf in Kandahar-Stadt getötet worden, als sie sich einer Festnahme widersetzten.
Bereits unmittelbar nach der Massenflucht war der Verdacht geäußert worden, dass die Aktion nur mit Hilfe der Wachkräfte gelingen konnte. In einem am Dienstag veröffentlichten ersten Bericht des Justizministeriums für Präsident Karzai hieß es, die Behörden untersuchten, wie die Aufständischen unbemerkt entkommen könnten. Der Bericht warf zahlreiche Fragen auf. So erwähnte er, dass unklar sei, wieso das aufwendige Graben des Tunnels und das Entsorgen des Erdreichs weder Anwohnern noch Sicherheitskräften aufgefallen sei. Das Haus, von dem aus der Tunnel gegraben worden sei, sei noch vor zweieinhalb Monaten von der Polizei durchsucht worden.
Weiter hieß es, der Eingang zum Tunnel sei in nur einer Zelle gewesen. Es sei offen, wie die Häftlinge aus den anderen Zellen dorthin gelangen konnten. Unklar sei auch, wieso der nächtliche Abtransport der fast 500 Geflohenen von dem Haus, für die ein Konvoi notwendig gewesen sei, angeblich weder von einheimischen noch ausländischen Sicherheitskräften bemerkt worden sei.












