Tote bei Explosionen in Nigeria
Bei der Explosion zweier Sprengsätze im Nordosten Nigerias sind in der Nacht auf Montag mindestens drei Menschen getötet und acht verletzt worden. Laut Polizei detonierten die Sprengkörper in einem Hotel und an einer Bushaltestelle in der Hauptstadt des Bundesstaats Borno, Maiduguri. Hier hatte die radikalislamische Sekte Boko Haram in den vergangenen Jahren wiederholt Sprengstoffanschläge verübt.
Am Montag war zunächst unklar, ob die Explosionen von Boko-Haram-Mitgliedern ausgelöst wurden oder im Zusammenhang mit der politischen Gewalt seit den Präsidentenwahlen vor einer Woche stehen. Am Dienstag werden in den Bundesstaaten des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas neue Gouverneure gewählt. Außerdem werden in mehr als 50 Abgeordneten- und Senatorenwahlkreisen die ursprünglich für den 2. April geplanten Parlamentswahlen nachgeholt.
Nach dem Wahlsieg von Amtsinhaber Goodluck Jonathan bei den Präsidentenwahlen am 16. April war es in mehreren nordnigerianischen Bundesstaaten zu schweren Unruhen mit mehr als 200 Toten gekommen. Nigerianische Menschenrechtsgruppen sprechen sogar von bis zu 500 Toten. Anhänger des ehemaligen Militärmachthabers Muhammadi Buhari hatten Christen und Einwanderer aus dem Süden angegriffen. Zehntausende flohen vor der Gewalt. In den nördlichen Staaten hatte Buhari, der der unabhängigen Wahlkommission Manipulation zugunsten von Jonathan vorwarf, hohe Wahlergebnisse. Präsident Jonathan ist ein Christ aus dem Nigerdelta im Süden Nigerias.












