Blutigster Tag in Syrien seit Beginn der Proteste

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Die Gewalt in Syrien ist am Freitag eskaliert: Syrischen Menschenrechtsaktivisten zufolge wurden bei erneuten Massenprotesten in mehreren Städten mehr als 80 Menschen von Sicherheitskräften getötet. Hunderte weitere wurden demnach verletzt. Es ist die höchste Todeszahl an einem Tag seit Beginn der Proteste im März. Washington und London zeigten sich besorgt.
"Die Sicherheitskräfte haben heute in mehreren Städten und Regionen Syriens Massaker angerichtet, mit bis jetzt 72 Toten und Hunderten Verletzten", teilte das in London ansässige syrische Menschenrechtskomitee mit. Mehrere von Menschenrechtsaktivisten veröffentlichte Listen führten ebenfalls mehr als 70 Todesopfer der auf Dächern platzierten Heckenschützen in zivil namentlich auf. Später war sogar von 88 Toten die Rede. Mehr als 100.000 Menschen waren in ganz Syrien auf die Straße gegangen, um den Sturz von Staatschef Assad und die Auflösung seiner Sicherheitsbehörden zu fordern.
Assad hatte am Donnerstag per Dekret den seit 1963 geltenden Ausnahmezustand aufgehoben, der die meisten Bürgerrechte außer Kraft gesetzt hatte - eine zentrale Forderung der Demokratie-Bewegung. Laut Staatsfernsehen erließ er zudem zwei Dekrete zur Abschaffung des Staatssicherheitsgerichts, das außerhalb des ordentlichen Rechtssystems agiert, sowie zum Recht der Bevölkerung auf friedliche Demonstrationen. Oppositionelle bezeichneten die Maßnahmen als unzureichend.
US-Präsident Obama verurteilte das brutale Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte "aufs schärfste". "Dieser ungeheuerliche Einsatz von Gewalt zur Unterdrückung der Proteste muss jetzt beendet werden", hieß es in einer Erklärung des Präsidenten. Auch der britische Außenminister William Hague verurteilte das "nicht hinnehmbare Töten von Demonstranten durch die syrischen Sicherheitskräfte". UNO-Generalsekretär Ban forderte ein sofortiges Ende der "anhaltende Gewalt gegen friedliche Demonstranten".
Die Regimemedien bezeichneten die Heckenschützen als "unidentifizierte Bewaffnete". Etliche davon seien festgenommen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. Laut Aktivisten sind aber die Heckenschützen Teil des mächtigen Geheimdienstes.












