Angriff auf Verteidigungsministerium in Kabul
Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Angriff auf das afghanische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Kabul zwei Soldaten erschossen. Mindestens sieben weitere Armeeangehörige seien verletzt worden, als der Mann in dem Gebäude das Feuer eröffnete, sagte Ministeriumssprecher Sahir Asimi. Wenig später sei der Täter, der auch mit einer Sprengstoffweste bewaffnet gewesen sei, getötet worden.
Die Lage sei unter Kontrolle. Den Angaben zufolge trug der Schütze eine Uniform der afghanischen Armee. Der afghanische Sender Tolo TV hatte zunächst unter Berufung auf Sicherheitskreise von mehreren Attentätern berichtet, von denen sich mindestens einer in die Luft gesprengt habe. Unter den Verletzten sei einer der Leibwächter von Verteidigungsminister Wardak.
Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Ein Sprecher sagte, der Attentäter sei Offizier gewesen und habe im Auftrag der Aufständischen gehandelt. Ziel des Angriffs sei der französische Verteidigungsminister Longuet gewesen. Dieser hatte nach offiziellen Angaben am Sonntag Gespräche mit seinem afghanischen Amtskollegen geführt. Ob beide am Montag im Ministerium waren, war unklar. Taliban-Angaben gelten zudem als unzuverlässig.
Frankreich widersprach hingegen den Behauptungen der radikalislamischen Taliban, der Anschlag habe Longuet gegolten. Es gebe "keinen Hinweis" darauf, dass der französische Verteidigungsminister getroffen werden sollte, erklärte sein Ministerium am Montag. Longuet habe sich zu dieser Zeit auf dem Stützpunkt Bagram aufgehalten, der 45 Flugminuten von Kabul entfernt sei.
Unterdessen wurden bei einer gewalttätigen Kundgebung in der Provinz Parwan westlich von Kabul drei Demonstranten von afghanischen Polizisten erschossen. 25 weitere seien verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit. Der Protest habe sich gegen Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF gerichtet, die am Sonntag vorübergehend drei muslimische Geistliche festgenommen hatten.












