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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2011 um 22:25 UhrKommentare

Frankreich gibt Bahnstrecke frei

Um die Flüchtlinge aus Nordafrika loszuwerden, stellt Italien ihnen Visa für die Weiterreise aus - zum Missfallen Frankreichs. Erst ließ man alle Züge mit Migranten stoppen, am Sonntagabend durfte die Strecke dann aber doch wieder befahren werden.

Foto © APA

Die wegen des erwarteten Zustroms tunesischer Migranten unterbrochene Bahnverbindung zwischen dem italienischen Ventimiglia und Frankreich darf wieder befahren werden. Der zuständige Präfekt gab am Sonntagabend eine entsprechende Weisung, berichtete die Regionalzeitung "Nice-Matin" im Internet.

Am Vormittag hatte er den Zugverkehr wegen einer möglichen Gefährdung der öffentlichen Ordnung vorübergehend stoppen lassen. Mit den Tunesiern hätten auch Menschenrechtler im Rahmen einer nicht angemeldeten Demonstration einreisen wollen, hieß es.

Hunderttausende warten auf Weiterreise

Im italienischen Ventimiglia warten Hunderte Tunesier darauf, nach Frankreich fahren zu können. Die italienischen Behörden haben am Wochenende damit begonnen, ihnen Reisepapiere auszustellen. Frankreich hat jedoch angekündigt, Wirtschaftsflüchtlinge nicht zu akzeptieren. Selbst mit den Papieren aus Italien dürften die meisten Tunesier keine Chance auf eine legale Einreise haben.

Sie müssen unter anderem nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. 31 Euro pro Tag und Person sind notwendig, wer keine Bleibe hat muss sogar 62 Euro pro Tag und Person nachweisen. Die Kontrollen wurden in Frankreich bereits in den vergangenen Wochen und Monaten verstärkt.

Seit dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali im Jänner kamen mehr als 23 000 Tunesier illegal nach Italien. Rom darf nach einem vor knapp zwei Wochen geschlossenen Sonderabkommen mit Tunis Migranten von dort zwar ab sofort wieder abschieben. Die zuvor Angekommenen müssen jedoch vorübergehend versorgt werden.

Da die meisten Migranten ohnehin weiter nach Frankreich wollten, hatte die italienische Regierung von Silvio Berlusconi die Ausstellung von Papieren angeordnet, die zur Weiterreise berechtigen.


Fakten

In Italien sind in den letzten Wochen 20.00 Flüchtlinge aus Tunesien angelangt. Rom beschloss daraufhin, alle vor dem 5. April angelangten Tunesier mit einem sechsmonatigen Schengen-Visa auszustatten. Frankreich weigert sich allerdings, sie damit einreisen zu lassen, zumal die betreffenden Bürger nicht über einen gültigen Reisepass und die nötigen Finanzmittel verfügten. Die meisten in Italien gestrandeten Tunesier wollen nach Frankreich weiterreisen, da sie dort Familienangehörige haben.

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