Hungerstreikender Nikolic ins Spital eingeliefert
Der serbische Oppositionspolitiker Tomislav Nikolic, der sich seit Samstag früh im Hungerstreik befindet, ist am Abend in ein Belgrader Krankenhaus eingeliefert worden. Nikolic, der seither weder Nahrung noch Wasser zu sich nimmt, war am Abend laut Medienberichten übel geworden. Beim Transport ins Krankenhaus war der Chef der Partei SNS allerdings bei Bewusstsein, hieß es in Medienberichten.
Durch den Hungerstreik will der Oppositionspolitiker das Regierungsbündnis zur Abhaltung der vorgezogenen Parlamentswahl im Dezember bewegen. Staatschef Boris Tadic hat am Nachmittag Nikolic im Parlamentsgebäude besucht, wo er seit Samstagabend seinen Hungerstreik durchführte, wollte auf seine Forderung allerdings nicht eingehen. Der serbische Präsident vertritt den Standpunkt, dass man über den Wahltermin erst diskutieren soll, wenn Serbien den Status eines EU-Beitrittskandidaten erhält. Belgrad hofft, dass dies im Dezember geschehen wird.
Würde man einen solchen Präzedenzfall akzeptieren - die Erpressung vorgezogener Parlamentswahl durch Hungerstreik - würde dies Serbien in eine unlösbare Situation führen, warnte Tadic nach dem Gespräch mit Nikolic. Auch seien die Parlamentswahlen nicht sein persönliches Eigentum. Wenn er sie ausschreibe, verhalte er sich nicht als Privatperson, sondern als Staatschef Serbiens, welcher der Tatsache Rechnung zu tragen habe, ob das Land den EU-Kandidatenstatus bekomme oder nicht, meinte Tadic.












