Soldaten meutern in Burkina Faso
In Burkina Faso ist in der Nacht auf Freitag offenbar eine Meuterei des Militärs ausgebrochen. Soldaten der Präsidentengarde sind offenbar unzufrieden mit ihrer Bezahlung. Der Staatschef ist bereits geflüchtet.

Foto © APABlaise Compaoré
Aus mehreren Kasernen waren Schüsse zu hören, zunächst aus der Kaserne der Präsidentengarde in Ouagadougou, wie der britische Sender BBC und ein AFP-Korrespondent berichteten. Das Haus von Generalstabschef Dominique Diendiere wurde verwüstet und angezündet. Die Soldaten zogen plündernd durch die Straßen der Hauptstadt.
Unzufrieden mit Bezahlung
Bereits seit einiger Zeit gärt es im Militär des westafrikanischen Landes - viele Soldaten sind den Angaben zufolge unzufrieden mit ihrer Bezahlung. In den vergangenen Monaten waren aufgrund der Krise im benachbarten Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) die Preise für Lebensmittel und Treibstoff stark angestiegen. Burkina Faso hat keinen Zugang zum Meer und ist auf Versorgung mit Gütern wie Pflanzenöl oder Zucker über das Nachbarland angewiesen.
Der Staatschef der westafrikanischen Republik Burkina Faso, Blaise Compaoré, hat die Hauptstadt Ouagadougou bereits verlassen. Wie vonseiten der Armee mitgeteilt wurde, begab sich der Staatschef in der Nacht auf Freitag in seine 30 Kilometer entfernte Heimatstadt Ziniaré. Die Meuterei in der Präsidentengarde breitete sich bis Freitag früh auf mehrere Kasernen des Militärs in Ouagadougou aus. Die Soldaten fordern die Auszahlung einer Wohnungsprämie, die ihnen versprochen worden war. Wie ein AFP-Reporter berichtete, gaben sie auch Schüsse in die Luft ab.
Verfassungsänderung für mögliche Wiederwahl
Compaoré regiert Burkina Faso, eines der ärmsten Länder der Welt, seit 1987. Er hatte sich damals an die Macht geputscht, war 1991 gewählt und in den Jahren 1998, 2005 und 2010 wiedergewählt worden. Seine Präsidentschaftskandidatur im vergangenen Jahr war gemäß der Verfassung die letztmögliche. Compaorés Partei will jedoch gegen den Widerstand der Opposition die Verfassung ändern, damit er theoretisch im Jahr 2015 erneut antreten kann.












