"Mehr Frauen in die Politik!"
Beate Prettner (SPÖ) ist am Dienstag seit genau einem Jahr Landesrätin. Nun zieht sie eine Bilanz über ihre bisherige Regierungsarbeit und spricht über Energie, Umwelt und Gleichberechtigung.

Foto © KLZ/WeichselbraunBeate Prettner: Referentin für Energie und Umwelt, Frauen und Wasser
Am Dienstag feiern Sie Ihr Ein-Jahr-Jubiläum als Mitglied der Landesregierung. Ihre Bilanz als einzige Frau im Gremium?
BEATE PRETTNER: Ich bin mir der Aufgabe bewusst und fühle mich auch als Regierungsvertreterin der Kärntner Frauen. Das Privatleben ist auf wenige Stunden gekürzt. Oft habe ich im Kollegium aber leider das Gefühl, das Leistungen von Frauen weniger wert zu sein scheinen.
Energie und Umwelt sind breitenwirksame Themen. Was sagen Sie Kritikern, die deponieren, Ihre Arbeit ist kaum wahrnehmbar?
PRETTNER: Ich tue alles in meiner Macht stehende. Die Initiative Kärnten voller Energie bearbeitet diese Themen umfassend. Diese sollen ins Bewusstsein der Bevölkerung. Aber die Zuständigkeiten teilen sich auf fünf Referenten auf - auch sie müssten die Ideen mittragen.
Sie haben die Kärntner Energieleitlinien überarbeitet. Warum erfolgte kein Regierungsbeschluss?
PRETTNER: Die politischen Gegner versuchen mir Steine vor die Beine zu werfen. Gerade bei den Energieleitlinien ist klar, dass gehandelt werden muss. Kärnten kann durch grüne Jobs profitieren. Politisches Kleingeld scheint manchen aber wichtiger zu sein, als die Chancen zu nützen.
Landeshauptmann-Vize Uwe Scheuch (FPK) will angeblich die Energie-Zuständigkeiten an sich ziehen. Was sagen Sie dazu?
PRETTNER: Je nach Laune will er die Belange ganz haben, oder seinen Teil abgeben. Gespräche gab es dazu keine.
Kritiker sagen, Sie seien beim Thema Feinstaub zu wenig aktiv. Was halten Sie dem entgegen?
PRETTNER: Ich war die erste Referentin, die dazu einen Gipfel abgehalten hat - im März.
Was ist gegen Feinstaub zu tun?
PRETTNER: Strafgelder, die in Geschwindigkeits-Beschränkungen zum Luftschutz eingehoben werden, sollen für Umweltmaßnahmen zweckgebunden werden. Öffentlicher Verkehr und Fernwärme sind auszubauen.
Stichwort Fernwärme: Verbund-Chef Anzengruber sagt, das Gasdampfkraftwerk geht 2014 in Betrieb - Ihre Information?
PRETTNER: Die Entscheidung in zweiter Instanz liegt beim Umweltbundesamt, das bis Herbst entscheiden will.
Mittwoch ist Equal Payday - was kann man für gleiche Löhne für gleich Arbeit tun?
PRETTNER: Damit sich die Gehaltsschere schließt, muss es den 1300-Euro-Mindestlohn geben. Heuer startet auch die Pflicht, Gehälter offen zu legen. In Kärnten achten wir auf konsequente Berufsorientierung, damit Mädchen Jobs nicht aus Geschlechtsgründen annehmen. Mit mehr Frauen in der Politik - wir versuchen sie durch Lehrgänge dazu zu bringen - gebe es für dieses Problem und viele andere schneller eine Lösung.












