Darabos will Causa Entacher rasch abschließen
90 Seiten stark ist die Begründung für den Rauswurf des Generals Entacher. Es handelt sich um eine Liste der vermeintlichen Verfehlungen des Militärs. Verteidigungsminister Darabos will die Sache nun schnell hinter sich bringen.

Foto © APAVerteidigungsminister Norbert Darabos
Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) will den Konflikt mit dem von ihm abgesetzen General Edmund Entacher rasch hinter sich bringen. Er bestätigte vor der Sitzung des Verteidigungsausschusses am Donnerstag gegen über der APA und "Ö1", dass sein Ressort dem General kürzlich ein 90-Seiten-Konvolut übermittelt hat, in dem vermeintliche Verfehlungen Entachers aufgelistet sind. Dieses Papier sei die Begründung für den Vertrauensverlust, mit dem die Absetzung Entachers argumentiert wurde.
Was dem General genau vorgeworfen wird, wollte der Minister mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht sagen. Nur so viel: "Es gibt einige Dinge, die in den letzten Monaten geschehen sind." Er wolle das Verfahren jedenfalls nicht verzögern, sondern wäre froh, die Sache möglichst schnell abzuschließen. Dass Entacher noch keinen Bescheid für seine Absetzung bekommen hat, liegt laut dem Minister daran, dass mit dem 90-Seiten-Konvolut zunächst der Vertrauensverlust begründet worden sei. Als nächstes habe nun Entacher zwei Wochen Zeit für eine Stellungnahme. Mit 1. Mai soll Entacher endgültig versetzt werden.
Laut Medienberichten soll das Ministerium intensiv nach Munition gegen Entacher gesucht haben und u.a. sogar seine Fahrtenbücher kontrolliert haben. Der "Kurier" berichtete heute von teilweise "skurrilen" Vorwürfen. So soll der General etwa Schuld daran sein, dass in einem Fall die "angeordneten Fotos der Heeresleisungssportler" nicht angefertigt worden wären. Das will Darabos freilich so nicht stehen lassen. Es sei gegen den General nicht "gesammelt worden". Es habe einen Vertrauensverlust gegeben, den er zu dokumentieren und zu vermitteln habe, so Darabos.
Was die Frage der Wehrpflicht betrifft, die Ausgangspunkt für das Zerwürfnis mit Entacher war, sprach Darabos von "guten Gesprächen" mit dem Koalitionspartner. Über die Abschaffung oder Beibehaltung der Wehrpflicht sei man zwar weiter uneinig, man sei aber auf gutem Weg bei den Verhandlungen über die künftige Ausrichtung des Bundesheeres, etwa was die Truppenstärke betrifft.
SPÖ und ÖVP hatten zuletzt unterschiedliche Ansichten über die benötigte Truppenstärke vertreten. Die ÖVP war der Meinung, dass man für den Katastrophenschutz 15.000 Mann braucht. Darabos hat in seinem Modell 10.000 Soldaten für den Katastrophenschutz und 1.000 für Auslandseinsätze vorgesehen. Heute sagte der Minister, bei Katastrophenschutz und Auslandseinsätzen läge die Bandbreite zwischen 10.000 und 15.000.












