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Zuletzt aktualisiert: 02.04.2011 um 14:25 UhrKommentare

Cohn-Bendit beklagt Anti-Atompolitik Österreichs

Foto © APA

Der Grünen-Fraktionschef im EU-Parlament, Daniel Cohn-Bendit, hat die Anti-Atompolitik der österreichischen Regierung als zu schwach kritisiert. Österreich betreibe zwar kein Atomkraftwerk, sei aber im Auftreten gegen Atompolitik "sehr wenig aktiv" gewesen, so Cohn-Bendit am Samstag in der Ö1-Radioreihe "Im Journal zu Gast".

"Die Aktivität der österreichischen Regierung, eine andere Position aufzubauen, die gab es nicht." Hier politisch aktiv zu werden, damit habe "Österreich nicht gestrahlt".

Atomenergie wird sich nach den Worten von Cohn-Bendit "ökonomisch erledigen", denn sichere Atomenergie werde immer teuerer. Auch in Frankreich werde es in zwei bis drei Jahren einen Volksentscheid über einen Atomausstieg geben. Präsident Sarkozy wird nach Einschätzung Cohn-Bendits die nächsten Wahlen verlieren. 2012 werde die Atomfrage in Frankreich "mit neuer Mehrheit anders diskutiert" werden. "Ich bin zuversichtlich, dass sich die Stimmung in Frankreich ändert."

In Deutschland sei die Atomdebatte zwar derzeit "virulenter", aber er glaube, dass das auch auf die anderen Länder übergreifen werde. Angesichts des guten Abschneidens der Grünen bei den deutschen Landtagswahlen meinte Cohn-Bendit, er sei "auch traurig, dass es eines Unfalls bedarf". Der designierte Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann (Grüne), sei "die richtige Person zur richtigen Zeit" gewesen.

Er hoffe, die Unfälle "unglaublicher Dimension" im japanischen AKW Fukushima werden eine Energie-Wende einleiten, so der Grünen-Fraktionschef im EU-Parlament. In Fukushima sehe man in "Realtime", die "Unfähigkeit des Menschen". "Ich glaube, dass das einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen wird."

Das österreichische Umweltministerium wies die Aussagen Cohn-Bendits als "zynisch und verlogen" zurück. "Gerade die französischen Grünen haben in ihrer Regierungsverantwortung zwischen 1997 und 2002 die französische Energiepolitik und damit die Förderung der Atomkraft mitgetragen, so Hermann Muhr, Pressesprecher von Umweltminister Berlakovich.

Quelle: APA

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