Ex-WK-Präsident Kofler wird Korruptions-Ombudsmann
Alt-Wirtschaftskammer-Präsident wird Korruptions-Ombudsmann. Die FPK, die Anlass für die Stelle ist, spricht von Nestbeschmutzung.

Foto © Eggenberger
KLAGENFURT. "Wehren Sie sich, helfen Sie mit, dass unlautere Praktiken aufgezeigt, verfolgt und abgestellt werden", fordert Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher die Kärntner Unternehmer auf. Als Anlaufstelle für Firmen, die von Parteien zur Kasse gebeten werden, hat die Wirtschaftskammer einen Korruptions-Ombudsmann installiert. Dafür zur Verfügung gestellt hat sich der langjährige Wirtschaftskammer-Präsident Karl Koffler, "eine über jeden Zweifel erhabene Unternehmerpersönlichkeit", wie sein Nachfolger Pacher sagt.
Bei Koffler sollen Wirtschaftstreibende ihre Erfahrungen hinterlegen. Denn Pacher befürchtet nach Auffliegen der FPK-Connect-Affäre ein "landesweites Provisionssystem", dem er das Handwerk legen will. Er will Kärnten "vom Makel des mutmaßlichen Schmiergeldskandals" befreien. Nach Genehmigung durch die Datenschutzkommission werden Telefon-Nummer und Mail-Adresse der Korruptionsanlaufstelle bekannt gegeben.
Die FPK-eigene Werbeagentur hat Firmen, die mit dem Land in Geschäftsverbindung stehen, zum Teil große Rechnungen für "Layout-Beratungen" gestellt. Dabei verfügt die Agentur über keinerlei Personal. Parteichef Uwe Scheuch will von der Sache nichts gewusst haben, Geschäftsführer Manfred Stromberger legte seine Funktionen nieder - vorläufig zumindest.
Pacher wird für seine Initiative von FPK-Wirtschaftssprecher Bernhard Gritsch als "Nestbeschmutzer erster Klasse" beschimpft. Dabei sitzen die beiden in einem Boot - Pacher hat den FPK/ÖVP-Koalitionsvertrag mitunterschrieben.












