NGOs bewerben sich nicht um Flüchtlingsbetreuung
Die Hilfsorganisationen bewerben sich diesmal nicht um die Flüchtlingsbetreuung in den Erstaufnahmezentren. Anlass ist ein Ausschreibungspassus, der ein gemeinsames Offert verhindert. Beim letzten Mal hatten sich Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und Volkshilfe noch miteinander beworben, waren aber gegen den deutschen Billigbieter "European Homecare" gescheitert.
Dieser hat mittlerweile seinen Vertrag gekündigt hat, da angesichts niedriger Belagszahlen nicht mehr der erhoffte Gewinn lukriert werden konnte.
Der "Standard" berichtet, dass Unternehmen oder Vereine, die im Durchschnitt mehr als 40 Millionen Euro Umsatz pro Jahr machen, von einer Bietergemeinschaft ausgeschlossen sind. Dadurch könnten z.B. Caritas und Rotes Kreuz nicht zusammen bieten. Einzeln will es keine der Organisationen versuchen, berichtet die "Kathpress".
Klaus Schwertner, Sprecher der Caritas Wien, wies am Mittwoch darauf hin, dass im aktuellen Fall - "völlig untypisch für den Sozialbereich" - auch das Kriterium Preis gegenüber dem Kriterium Qualität mehr als doppelt so hoch bewertet sei. Eine "weitere Verschlechterung für die Flüchtlinge" sei zu befürchten. Bei den Ausschreibungskriterien des Innenministeriums handle es sich zudem um eine Art Knebelvertrag, kritisiert Schwertner. Gefordert sei etwa, dass jeder einzelne Behördenkontakt vorab mit dem Ministerium abgestimmt werden muss.
Das Innenministerium hat Mittwochnachmittag betont, dass trotz des Verzichts von Rotem Kreuz und Caritas eine "ausreichende Anzahl" an Bewerbungen für die Flüchtlingsbetreuung eingegangen sei. Die entsprechende Frist ist heute zu Ende gegangen, nun werden die Unterlagen gesichtet und Gespräche mit den Interessenten aufgenommen. Die künftigen Betreiber sollen ihre Arbeit mit Mitte des Jahres aufnehmen.













