Trotz Reformen wieder Proteste in Marokko

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Trotz der Reformzusagen von König Mohammed VI. haben in Marokko am Sonntag erneut Tausende Regierungsgegner an Protestkundgebungen teilgenommen. Zu den Demonstrationen in mehreren Städten des nordafrikanischen Landes hatten islamistische und linksradikale Gruppen aufgerufen.
In der Hauptstadt Rabat gingen nach Augenzeugenberichten etwa 4.000 Menschen auf die Straße. Die Behörden sprachen von 1.500 Teilnehmern. Auch in der Wirtschaftsmetropole Casablanca, in Fes und anderen Städten kam es zu Protesten. Die Demonstranten verlangten mehr Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Die Kundgebungen waren nicht genehmigt, die Polizei griff aber zunächst nicht ein.
König Mohammed VI. hatte vor gut einer Woche angesichts der Unruhen in der arabischen Welt tiefgreifende demokratische Reformen zugesagt. Danach will der Monarch einen Teil seiner Macht abgeben und die Befugnisse der Regierung sowie des Parlaments stärken.
Marokko war bisher von den Unruhen in der arabischen Welt relativ wenig betroffen gewesen. Es gab einzelne Kundgebungen, aber keine Massendemonstrationen. Marokko verfügt über ein Mehrparteien-System. Allerdings ist die Macht der Regierung und des Parlaments bisher dadurch eingeschränkt, dass der König in wichtigen Fragen das letzte Wort hat.












