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Zuletzt aktualisiert: 19.03.2011 um 23:07 UhrKommentare

Demonstrationen in 15 kroatischen Städten

In Kroatien hat am Samstag gegen 22 Uhr ein regelrechter Demonstrationen-Marathon geendet. In insgesamt 15 Städten demonstrierten unzufriedene Bürger gegen die rechtskonservative Regierung und für deren Rücktritt. Medien schätzten die Menge allein in der Hauptstadt Zagreb auf etwa 10.000 Menschen. In den anderen Städten versammelten sich jeweils mehrere Hundert Demonstranten.

Die Polizei gab ihre Schätzung zur Anzahl der Demonstranten in Zagreb noch nicht bekannt. Etwa 1.000 Polizisten überwachten das Geschehen in Zagreb, denn man ging wegen des ebenfalls am Samstag stattfindenden Zagreber Fußball-Derbys Dinamo gegen Hajduk von Ausschreitungen aus, diese blieben jedoch aus. Die Demonstrationen begannen wie üblich in der Innenstadt und führen dann durch das weitere Stadtzentrum. Die Demonstranten richteten ihre Botschaft direkt an Regierungschefin Jadranka Kosor: "Jadranka, hau ab!", skandierten sie immer wieder. Die nächste Facebook-Demonstration, die so genannt wird, weil die Initiative im Internet-Netzwerk gestartet wurde, soll am Mittwoch stattfinden.

Der Initiator der Proteste, der 25-jährige Aktivist Ivan Pernar, wurde am Samstag, noch bevor die Demonstration begann, festgenommen. Er hatte nämlich einer slowenischen Fernsehcrew ein Interview auf dem Zagreber Markusplatz vor dem Regierungsgebäude gegeben, obwohl er dort Platzverbot hat.

Die Polizei hatte noch im Laufe des Nachmittags protestierenden Bauern an der Teilnahme an der großen Demonstration in Zagreb gehindert. Die Bauern, die sich mit Traktoren auf den Weg in die Hauptstadt machten, um auf die Auszahlung von Subventionen zu pochen, hatten ihre Kundgebung nicht angekündigt, lautete die Begründung der Behörde. In Kroatien finden heuer Parlamentswahlen statt. Die Regierung will zudem noch im Juni die Beitrittsverhandlungen mit der EU abschließen.

Die Proteste starteten vor einem Monat. Auslöser waren die hohe Arbeitslosigkeit und die allgemein schlechte wirtschaftliche Lage des EU-Kandidatenstaates. 336.000 Menschen im Land waren zuletzt arbeitslos. 70.000 bekommen seit Monaten keine Löhne.

Quelle: APA

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