US-Amerikaner in Pakistan von Mord freigesprochen

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Ein Gericht in der ostpakistanischen Provinzhauptstadt Lahore hat am Mittwoch einen wegen Doppelmordes angeklagten US-Amerikaner überraschend freigesprochen. Die Angehörigen der beiden Toten hätten dem Angeklagten Raymond Davis vergeben, nachdem ihnen eine Entschädigung angeboten worden sei, sagte der Justizminister der Provinz Punjab. Daraufhin habe der Richter Davis freigesprochen.
Der Sender Samaa TV berichtete, die US-Regierung zahle den Hinterbliebenen insgesamt 4,35 Millionen Dollar (3,1 Mio. Euro). Einigen Familienmitgliedern seien auch amerikanische Visa zugesagt worden. Mit dem Freispruch wurde die schwelende Krise zwischen Washington und Islamabad entschärft. Die US-Regierung hatte die sofortige Freilassung Davis' gefordert, der nach ihren Angaben Mitarbeiter der US-Botschaft war und diplomatische Immunität genoss. In Pakistan war davon ausgegangen worden, dass Davis für eine private Sicherheitsfirma im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA arbeitet. Islamisten forderten die Hinrichtung des Amerikaners. Nach Angaben des Senders Express TV verließ Davis Pakistan nach dem Freispruch mit einem gecharterten Flugzeug in Richtung Großbritannien.
Davis war Ende Jänner festgenommen worden, seine Tat hatte US-feindliche Proteste ausgelöst. Die US-Botschaft hatte erklärt, Davis habe zwei bewaffnete Männer auf Motorrädern, die ihn ausrauben wollten, in Notwehr erschossen. Die beiden Motorradfahrer hätten bereits kurz zuvor einen bewaffneten Raubüberfall begangen. Der Polizeichef von Lahore, Aslam Tareen, hielt dem entgegen, dass an den Abzügen der Waffen, die bei den Motorradfahrern gefunden wurden, keine Fingerabdrücke gewesen seien. Auch weitere Tests hätten ergeben, dass mit den Waffen nicht geschossen worden sei.












