Papst-Buch sorgt für geteilte Reaktionen

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Das neue Jesus-Buch von Papst Benedikt XVI. hat für geteilte Reaktionen gesorgt. Als wichtigen Impuls für das gesellschaftliche Gespräch über Religion würdigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, das Werk. Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff hingegen bezeichnete das Buch als "Recycling" alter Vorlesungen, meldete Kathpress am Donnerstag.
Der Freiburger Erzbischof würdigte das Buch "Jesus von Nazareth. Vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung" als Meilenstein und als "Fortschreibung der großen Summe der Theologie dieses Papstes". Benedikt XVI. betone, dass man Jesus Christus nur von seinen jüdischen Wurzeln her verstehen könne, sagte Zollitsch. Der Papst wende sich auch gegen Bibel-Interpretationen, nach denen sich der Glaube an Jesus als Sohn Gottes erst in der christlichen Urgemeinde gebildet habe. Der Auslöser für diesen Glauben sei "nicht nachösterliche Verkündigung, sondern der historische Jesus von Nazareth selbst", betonte Zollitsch. Der Papst erwarte von den Bibel-Interpreten, dass sie "die Bibel nicht nur auf einer rein philologischen Ebene analysieren, sondern dass sie helfen, die Evangelien so zu lesen und zu verstehen, wie sie geschrieben und überliefert wurden: aus der Perspektive des Glaubens".
Der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff äußerte am Donnerstag Kritik am Buch ebenso wie am theologischen Wirken des Papstes. Benedikt XVI. sei ungeeignet, der Kirche das Prophetische wiederzugeben, das sie einst in Lateinamerika so stark gemacht habe, sagte Boff gegenüber dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Das Papstbuch sei ein "Recycling" alter Vorlesungen aus den 1960er Jahren. "Statt den Glauben zu stärken, frönt er seiner wissenschaftlichen Eitelkeit", so Boff.
Es sei seine Grundabsicht, mit dem Buch "die Gestalt Jesu, sein Wort und sein Tun zu verstehen", schrieb Benedikt XVI. im Vorwort. Damit sollte all jenen eine "Annäherung an die Gestalt unseres Herrn" ermöglicht werden, "die Jesus begegnen und an ihn glauben wollen".













