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Zuletzt aktualisiert: 08.03.2011 um 09:47 UhrKommentare

Angst vor Obama? - Republikaner suchen einen Herausforderer

Die Republikaner kommen trotz des guten Abschneidens bei den Kongresswahlen nicht in die Gänge: Kein ernstzunehmender Politiker hat es bisher gewagt, seine Kandidatur anzumelden - selbst Sarah Palin nicht.

Foto © APA

Noch vor kurzem war für die Republikaner die Welt in Ordnung: Sieg bei den Kongresswahlen, Obamas Popularität im Keller - der Durchmarsch ins Weiße Haus bei den Präsidentschaftswahlen 2012 schien greifbar. Doch jetzt kommen die Republikaner nicht in die Gänge: Kein ernstzunehmender Politiker hat es bisher gewagt, seine Kandidatur anzumelden - selbst Sarah Palin nicht.

Händeringend sucht die Partei einen unverbrauchten Kandidaten, ein neues Gesicht, einen Siegertypen, der es mit dem Amtsinhaber aufnehmen kann. Das Problem: Obama gilt als begnadeter Wahlkämpfer - und als genialer Spendensammler.

Chancen erkunden

Vor vier Jahren hatten um diese Zeit bereits acht Republikaner ihren Anspruch angemeldet. Diesmal hat als einziger Newt Gingrich (67), die einstige Galionsfigur der "republikanischen Revolution" in den 90er Jahren, einen ersten zaghaften Schritt gewagt - und wenigsten erklärt, er wolle seine Chancen "konkret erkunden".

"Um Obama zu schlagen, müssen die Republikaner mit einem frischen Gesicht aufwarten", warnte Mark McKinnon, Ex-Berater von George W. Bush, kürzlich. Der Kandidat oder die Kandidatin müsste folgende Eigenschaften haben: "Aufregend, unkonventionell und ohne größere Haken."

Genau da liegt das Problem: Ein Politiker, der es in Sachen Image, Ausstrahlungskraft oder Chrisma mit dem "Menschenfänger" Obama aufnehmen könnte, ist nicht in Sicht. Selbst diejenigen, die hinter den Kulissen immer wieder als Favoriten für das Rennen genannt werden, haben Haken - unter anderem haben sie bereits in der Vergangenheit bei Rennen verloren.

Schafft es Huckabee?

Da ist etwa Mike Huckabee (55), Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas, der laut Umfragen die besten Chancen hätte: Huckabee hatte bei den parteiinternen Vorwahlen 2008 verloren, außerdem gilt er bei unabhängigen Wählern der Mitte als zu religiös. Zudem: Huckabee scheint sich alles andere als aufzudrängen. "Ich gehöre nicht zu denjenigen, die meinen, die Zukunft der Welt hängt davon ab, ob ich für das Präsidentenamt antrete", meinte er kürzlich. So sprechen keine Siegertypen.

Als möglicher Bewerber gilt auch Mitt Romney (63), Ex-Gouverneur in Massachusetts. Auch er verlor 2008 bei den Vorwahlen. Weiterer Nachteil: Er hatte in seinem Bundesstaat eine ähnliche Gesundheitsreform eingeleitet wie Obama, was ihm viele Republikaner anlasten. Außerdem ist er Mormone und gilt als "Flip-flopper", als jemand, der sein Mäntelchen nach dem Wind hängt.

Deutlich im Sinken ist der Stern von Sarah Palin (47), die Ikone der radikalen "Tea Party Bewegung". Zwar gilt die populistische Bewegung weiter als Joker der Republikaner - doch Palin polarisiert und verschreckt Wähler der Mitte. Sie kandidierte 2008 für das Amt der Vizepräsidentin - scharfe Zungen behaupten, sie hatte damals Mitschuld, dass John McCain gegen Obama unterlag.

Außenseiter in Startlöchern?

Dennoch: Huckabee, Romney, Palin und Gingrich gelten laut Umfragen als "Favoriten". Neue mögliche Kandidaten haben bisher eher eine Außenseiterrolle, darunter etwa Tim Pawlenty, Ex-Gouverneur in Minnesota, Mitch Daniels, Gouverneur in Indiana oder Haley Barbour, Gouverneur in Mississippi - doch selbst die vermeintlichen Außenseiter halten sich zurück.

Ein Problem für alle Kandidaten ist, dass es für die Republikaner nach den erfolgreichen Kongresswahlen wieder bergab ging. Ausgerechnet seit der Niederlage im November sind Obamas Popularitätswerte wieder am Steigen. Die Strategie Obamas: sich flexibel zeigen, mit den Republikanern im Kongress zusammenarbeiten, keine gewagten Reformen mehr auflegen. Insider spekulieren bereits: Wenn die Konjunktur weiter in Schwung kommt, die Arbeitslosigkeit weiter sinkt, könnte Obama 2012 nur schwer zu schlagen sein.


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