Serbien und Kosovo vor ersten Gesprächen seit 2008
Erstmals seit der Abspaltung des Kosovos von Serbien wollen beide Länder am Dienstag wieder direkt miteinander verhandeln. In den Gesprächen in Brüssel unter Vermittlung der Europäischen Union stehen praktische Fragen im Vordergrund.

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Die Regierung des Kosovos hofft, dadurch die angeschlagene Wirtschaft des Landes wieder in Fahrt zu bringen. Fix auf der Tagesordnung stehen offene Fragen in den Bereichen Telekommunikation und Verkehr. Zur Sprache kommen sollen auch der derzeitige Vorsitz des Kosovo im Mitteleuropäischen Freihandelsabkommen CEFTA sowie die von Belgrad nicht anerkannten kosovarischen Zollsiegel, sagte der serbische Verhandlungsführer Borko Stefanovic. "Wir werden darüber reden, wie das Leben der Bürger zu verbessern ist und wie aktuelle Probleme wie die Vermissten, Personaldokumente, Kennzeichen zu lösen sind", ergänzte der kosovarische Premier Hashim Thaci.
Unabhängigkeit kein Thema
Kein Thema ist nach Angaben der kosovarischen Teamleiterin und Vizeministerpräsidentin Edita Tahiri "die Fragen der Unabhängigkeit, Souveränität, Gebietseinheit des Kosovo, die bereits unwiderrufbar gelöst wurden". Der Kosovo hatte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt, was die Regierung in Belgrad nicht anerkennt. So behindert Serbien den Handel der ehemaligen Provinz und stoppt Autos mit Kennzeichen aus dem Kosovo.
Für das von 78 Staaten anerkannte Land ist wegen des Widerstandes aus Serbien auch ein Sitz in vielen wichtigen Wirtschaftsgremien nicht möglich. Die EU rechnet für das kommende Jahr mit ersten Ergebnissen der Verhandlungen.
Seit dem Ende des Kosovo-Kriegs im Sommer 1999 hat Serbien keine Exekutivgewalt mehr im Kosovo, das danach unter UNO-Verwaltung gestellt worden war. Allerdings boykottiert der mehrheitlich von Serben bewohnte Nordkosovo die Zentralregierung in Pristina. Im Kosovo stellen die Albaner 90 Prozent der Bevölkerung.












