Niederlande: Regierung verpasste Mehrheit im Senat
Die von Islamgegner Geert Wilders gestützte Mitte-Rechts-Regierung der Niederlande hat bei Wahlen eine Mehrheit im Oberhaus des Parlaments offenbar knapp verfehlt.

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Nach Auszählung rund 98 Prozent der Stimmen kamen die regierenden Rechtsliberalen (VVD) und Christdemokraten (CDA) sowie die verbündete Freiheitspartei (PVV) von Wilders auf 37 der 75 Senatorenmandate in der Ersten Parlamentskammer.
Die vor fünf Monaten angetretene Mitte-Rechts-Regierung bräuchte im Oberhaus mindestens 38 Mandate, um ihre politisches Programm ohne Abstriche umsetzen zu können. Gewählt wurden am Mittwoch die 566 Abgeordneten aller zwölf Provinzparlamente. Sie müssen am 23. Mai über die Zusammensetzung des für die Gesetzgebung wichtigen Senats in Den Haag entscheiden. Dabei sind Abweichungen von der jeweiligen Parteilinie möglich, so dass das Regierungslager den Rückstand noch aufholen könnte.
Als Gewinner gilt die populistische Wilders-Partei. Sie punktete mit sozialpolitischen Versprechen und der Forderung, die Einwanderung aus islamischen Ländern deutlich zu reduzieren. Die PVV nahm zum ersten Mal an Provinzwahlen teil. Wilders sagte, er sei "unglaublich stolz". Stärkste Kraft wurde die VVD von Ministerpräsident Rutte, gefolgt von der sozialdemokratischen Partei der Arbeit (PvdA). Die größten Verlierer sind die gemeinsam mit der VVD regierenden Christdemokraten. Sie hatten bei den Provinzwahlen 2007 noch fast ein Viertel aller Stimmen bekommen.
Etwa 54 Prozent der fast 13 Millionen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Erstmals seit 1995 lag die Beteiligung an Regionalwahlen wieder über der 50-Prozent-Marke. Beobachter führten das auf die Bedeutung des Urnengangs für die Regierungspolitik zurück.
Endergebnisse werden im Laufe des Donnerstags erwartet. Wenn sie den knappen Vorsprung der Opposition bestätigen, wird das Regieren für das Rutte-Kabinett noch schwieriger als bisher.












