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Zuletzt aktualisiert: 28.02.2011 um 15:08 UhrKommentare

Proteste im Oman gehen weiter

Im Sultanat Oman haben Demonstranten nach dem gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegen eine Protestversammlung vom Vortag einen Platz in der Stadt Sohar besetzt. Hunderte Menschen protestierten am Montag vor einem Regierungsgebäude. Die Demonstranten errichteten auf den Straßen der 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Maskat gelegenen Industriestadt mehrere Barrikaden.

Die Zahl der Toten nach Zusammenstößen am Sonntag zwischen Demonstranten und der Polizei war zunächst unklar. Nach Angaben der Polizei wurden am Sonntag in der Küstenstadt zwei Menschen durch Gummigeschoße getötet, als eine Menge eine Polizeiwache zu stürmen versuchte. Den Demonstranten zufolge wurden bei den Zusammenstößen mit der Polizei am Sonntag fünf Menschen getötet. Einem Notarzt des staatlichen Krankenhauses zufolge kamen sechs Menschen ums Leben; der Gesundheitsminister sprach von einem Toten und 20 Verletzten.

Die seit Wochen andauernde Protestwelle in der arabischen Welt hatte am Wochenende auch den Oman erfasst. In Sohar blockierten Hunderte Demonstranten Zufahrtswege zum Hafen, zu einer Raffinerie sowie einer Aluminium-Fabrik. Ein Supermarkt wurde geplündert und anschließend in Brand gesetzt. Gehwege wurden zerstört, Fensterscheiben von Bürogebäuden eingeworfen. Soldaten patrouillierten zwar in der Stadt, griffen aber nicht ein.

Rufe nach einem Rücktritt der Staatsführung wurden bisher aber nicht laut. Unter dem Eindruck der in dem Land seltenen Proteste hatte der seit 40 Jahren herrschende Sultan Qabus bin Said am Sonntag die Schaffung von 50.000 Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst sowie eine Arbeitslosenunterstützung von umgerechnet rund 280 Euro pro Monat versprochen. Zudem will die Regierung prüfen, ob einem Berater-Gremium, das eine quasi-parlamentarische Rolle hat, mehr Rechte zugebilligt werden können. Das Kabinett wurden nach ersten Protesten ebenfalls umgebildet.

Quelle: APA

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