Tunesiens Regierungschef erklärt Rücktritt

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Nach erneuten blutigen Krawallen in Tunesien ist Ministerpräsident Ghannouchi am Sonntag zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenzen aus den anhaltenden Protesten gegen ihn. Bei den schweren Straßenkämpfen am Wochenende hatte es mindestens drei Tote sowie zahlreiche Verletzte gegeben. Nachfolger Ghannouchis ist Beji Caid Essebsi. Er hatte in der Vergangenheit bereits einen Ministerposten inne.
Ghannouchi war nach der Flucht des früheren autoritären Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali Chef der Übergangsregierung geworden, die das Land innerhalb von sechs Monaten auf Neuwahlen vorbereiten soll. Die einflussreiche Gewerkschaft UGTT hatte stets signalisiert, dass sie ihn nicht unterstützen, aber immerhin tolerieren würde.
In der Hauptstadt Tunis waren die schweren Straßenkämpfe am Wochenende wieder aufgeflammt. Am Samstag waren bei heftigen Straßenschlachten in Tunis nach Angaben des Innenministeriums drei Menschen getötet worden, 200 Menschen wurden verletzt. Das Ministerium machte dabei "eine Gruppe von Aufrührern" für die Zusammenstöße verantwortlich. Diese hätten sich unter die friedlichen Demonstranten gemischt und die Gewalt provoziert. Bereits am Freitag hatte es heftige Auseinandersetzungen gegeben. Für viele Tunesier verkörpert die Polizei noch immer die Unterdrückung durch den langjährigen Machthaber Zine El Abidine Ben Ali. Dieser war am 14. Jänner nach wochenlangen Protesten gestürzt worden und hatte sich ins Exil nach Saudi-Arabien abgesetzt.












