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Zuletzt aktualisiert: 24.02.2011 um 08:55 UhrKommentare

Sacharow-Preisträger Farinas festgenommen

Am ersten Todestag von Orlando Zapata, der nach einem 85-tägigen Hungerstreik gestorben war, gab es zahlreiche Verhaftungen auf Kuba. Unter anderem wurde auch der Sacharow-Preisträger Guillermo Farinas festgenommen.

Guillermo Farinas

Foto © ReutersGuillermo Farinas

Zum ersten Todestag des kubanischen Dissidenten Orlando Zapata, der nach einem 85-tägigen Hungerstreik gestorben war, hat die Regierung in Havanna die Opposition mit Dutzenden Festnahmen einzuschüchtern versucht. Am Mittwoch wurde der Dissident und Sacharow-Preisträger Guillermo Farinas festgenommen, nachdem er von seinem Dach Parolen gegen die Regierung gerufen und an Zapatas Tod erinnert hatte, wie seine Mutter sagte.

"Zwei Polizisten haben ihn hier zuhause festgenommen, nachdem er auf das Dach geklettert ist, die Regierung kritisiert und Zapata seine Ehre erwiesen hat", sagte Farinas Mutter Alicia Hernandez. Sie hielt sich in ihrem Haus in Santa Clara 280 Kilometer östlich von Havanna auf. Nach Farinas Festnahme habe ein Bus vor dem Haus gehalten, 40 Menschen seien ausgestiegen und hätten mehr als eine Stunde lang Regierungs-Parolen skandiert.

Mehrfach vorübergehend festgenommen

Farinas, der im vergangenen Jahr für seinen Einsatz zugunsten von Menschenrechten und Meinungsfreiheit mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet wurde, wurde in diesem Jahr bereits mehrfach vorübergehend festgenommen. Er war nach dem Tod des erst 42-jährigen Zapata, der mit seinem Hungerstreik gegen die Haftbedingungen politischer Gefangener protestierte, selbst in einen 135-tägigen Hungerstreik getreten. Erst nachdem Staatschef Raul Castro einlenkte und die Freilassung von 52 politischen Häftlingen ankündigte, brach er im Sommer seinen Hungerstreik ab - völlig abgemagert und stark geschwächt. Von den 52 politischen Häftlingen sind inzwischen 46 freigelassen worden.

In den vergangenen Tagen seien landesweit 46 Menschen kurzzeitig in Gewahrsam genommen worden, sagte der Leiter der Kubanischen Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung (CCDHRN), Elizardo Sanchez. Über rund 50 Menschen sei Hausarrest verhängt worden. Offenbar versuchte die kubanische Führung damit, Gedenkveranstaltungen für Zapata zu verhindern.

Orlando Zapatas Mutter erklärte, sie habe mit mehreren Angehörigen ungestört das Grab ihres Sohnes in Banes 50 Kilometer nördlich von Santiago de Cuba besuchen können. Sie habe auf dem Grab Blumen abgelegt und sei nicht von der Polizei gestört worden. Am Freitag war sie nach eigenen Angaben kurzzeitig in Gewahrsam genommen worden.

In Havanna begingen rund 30 Damen in Weiß - Ehefrauen und Angehörige von politischen Gefangenen - den ersten Todestag Zapatas im Haus ihrer Sprecherin Laura Pollan, während vor ihrer Haustür rund 200 Anhänger der Regierung die kubanische Fahne schwenkten.


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