Die Volksschule selbst aussuchen
Eine Gemeinde ist ein Volksschulsprengel: Das soll ab Herbst gelten. Allerdings: Schuleinschreibungen sind fast überall abgeschlossen.

Foto © APA/Barbara GindlBei der Schulauswahl haben Eltern ihre Kinder am liebsten in der Nähe ihres Arbeitsplatzes
Die Eltern von Kindern im Vorschulalter dürfen künftig auf mehr Flexibilität bei der Auswahl der Volksschule setzen. Denn mit dem neuen Schuljahr im Herbst ist eine Gemeinde automatisch ein Schulsprengel. Eltern haben dann, sofern es mehrere Schulstandorte im Gemeindegebiet gibt, die Auswahlmöglichkeit. Die Landesregierung wird am Dienstag, laut Vorgesprächen einstimmig, die Verordnung, die Schulreferent Uwe Scheuch (FPK) einbringt, beschließen. Nicht betroffen ist das Minderheitenschulwesen.
Einen großen Haken hat die Sache allerdings: Im Gros der Gemeinden ist die Schuleinschreibung für Erstklassler bereits erfolgt. "Sollten Eltern jetzt wegen der neuen Sprengelregelung Änderungswünsche für eine andere Schule haben, werden wir uns um eine Lösung bemühen, sofern die Klasse noch nicht voll ist", so Gerhild Hubmann, Leiterin der Schulabteilung des Landes.
Mehrere Schulsprengel
Derzeit ist es noch so, dass eine Gemeinde aus mehreren Schulsprengeln besteht. Nur Klagenfurt und Villach bilden je einen Sprengel. In 71 Kärntner Gemeinden gibt es aufgrund der kleinen Struktur bereits jetzt nur einen Schulstandort, in 58 Kommunen sind es hingegen zwei bis neun (Wolfsberg) Volksschulen. Und da können die Eltern künftig, egal wo sie im Gemeindegebiet wohnen, auswählen. Bestehende Ausnahmen für Kommunen, in denen Volksschüler in die Nachbargemeinde wechseln, weil die Schule näher zum Wohnort ist, werden bleiben.
Scheuch verwies am Montag auf die Vorteile, dass berufstätige Eltern ihre Kinder in Nähe ihres Arbeitsplatzes haben können oder an Schulen, die Nachmittagsbetreuung anbieten. ÖVP-Landesrat Josef Martinz strich hervor, dass mit der neuen Verordnung die Basis gesetzt werde, Bildungszentren zu errichten; also Kindergarten, Volks- und Musikschule wie Hort an einem Ort. Die Gemeinden als Schulerhalter sparen so Kosten. Scheuch wies am Montag zurück, dass mit den neuen Schulsprengeln Kleinstschulen vor dem Aus stehen. "Qualität wird sich durchsetzen."













