Klammes Weißrussland beantragt Milliardenkredit
Zur Abwendung eines drohenden Staatsbankrotts hat das autoritär regierte Weißrussland einen Kredit von zwei Milliarden US-Dollar (1,48 Mrd. Euro) bei früheren Sowjetrepubliken beantragt. Das hoch verschuldete Land wolle dafür den 2009 geschaffenen Antikrisenfonds der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) anzapfen, sagte Vize-Regierungschef Sergej Rumas am Mittwoch in Minsk.
Die EU und die USA hatten Ende Jänner verschärfte Sanktionen gegen die Führung in Minsk in Kraft gesetzt. Dies war eine Reaktion auf die Unterdrückung Andersdenkender sowie die gefälschte Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko im Dezember 2010.
Der als "letzter Diktator Europas" kritisierte Lukaschenko hatte zuletzt finanzielle Hilfen des Westens im Gegenzug für demokratische Reformen abgelehnt. Minsk erhofft sich nun von der EAWG, einem Bündnis früherer Sowjetrepubliken, die Kreditzusage bis März. Aus Sicht von Beobachtern droht andernfalls der Staatsbankrott.
Die oft noch sowjetisch geprägte Kommandowirtschaft ist traditionell von russischen Energiesubventionen beim Gas- und Ölimport abhängig. Experten geben die Auslandsverschuldung dieses Landes mit rund 9 Millionen Einwohnern mit mehr als 25 Milliarden US-Dollar an.












