Prozess gegen Berlusconi beantragt

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Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch einen Prozess gegen den italienischen Regierungschef Berlusconi wegen seiner Affäre mit einer minderjährigen Prostituierte beantragt. Die Anklagevertreter betonten, dass klare Beweise Berlusconi belasteten. Dem Premier werden Amtsmissbrauch und sexuelle Beziehungen zu einer Minderjährigen vorgeworfen.
Der zuständige Untersuchungsrichter hat nun circa eine Woche Zeit, um über den Prozessantrag zu entscheiden. Bei Annahme könnte dem 74-jährigen Regierungschef innerhalb weniger Monate der Prozess gemacht werden.
Berlusconi reagierte am Mittwoch empört. Die Untersuchung sei "eklig" und verfolge klare "umstürzlerische Ziele". "Mit dieser Untersuchung wollen mich die Staatsanwälte nur verleumden. Ich werde für diese Farce den Staat verklagen. Ich frage mich, wer für diese Schande zahlen wird, am Schluss wird der Staat zahlen", betonte Berlusconi. Der 74-jährige Premier kündigte ein neues Gesetz an, mit dem Staatsanwälte und Richter zu Verantwortung gezogen werden sollen, wenn sie Fehler begehen.
Berlusconi wird des Amtsmissbrauchs beschuldigt, weil er in der Nacht des 27. Mai persönlich mit einem hochrangigen Funktionär bei der Mailänder Polizei angerufen hatte, um eine damals 17-jährige Prostituierte aus dem Polizeigewahrsam freizubekommen. Erschwert wird die Lage des Regierungschefs wegen des Verdachts, mit der minderjährigen Prostituierten auch Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, was in Italien bis zu drei Jahre Haft nach sich ziehen kann.
Die junge Frau war wegen mutmaßlichen Diebstahls festgenommen worden. Um sie aus dem Polizeigewahrsam freizubekommen, hatte Berlusconi einem Mailänder Polizeifunktionär berichtet, dass die junge Marokkanerin eine Verwandte des ägyptischen Präsidenten Mubarak sei. Das ist nicht der Fall. Berlusconi erklärte, er habe sich für die Freilassung eingesetzt, weil er fest überzeugt war, dass sie eine Enkelin des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sei. "Ich wollte einen internationalen diplomatischen Zwischenfall verhindern", versicherte Berlusconi.













