Kriegsverbrecherprozess gegen Liberias Ex-Diktator

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Die Schlussphase des Prozesses gegen Liberias Ex-Diktator Charles Taylor wegen Kriegsverbrechen hat am Dienstag mit einem Eklat begonnen. Taylors Verteidiger Courtenay Griffiths stürmte aus dem Gerichtssaal im niederländischen Leidschendam, nachdem das Gericht ein von ihm verspätet eingereichtes Dokument nicht zugelassen hatte. Nach einer Pause blieb auch der Angeklagte selbstder Verhandlung fern.
Auf die Frage der Richterin Teresa Doherty nach dem Verbleib Taylors, sagte eine Angestellte des Gerichts, dieser sei sehr aufgebracht gewesen und hätte etwas Ruhe gebraucht. Doherty erklärte daraufhin, Taylor habe bewusst gegen die Anweisung verstoßen, im Gericht zu verbleiben, und ordnete die Fortsetzung der Sitzung an. Auf der Tagesordnung stand das Schlussplädoyer der Anklage, am Mittwoch soll die Verteidigung ihr Schlussplädoyer halten. Das Urteil wird für Mitte des Jahres erwartet.
Am Vormittag hatte Taylors Anwalt Griffiths argumentiert, dass es den Prozess unfair mache, wenn ein Dokument nicht zugelassen werde. Da Doherty die Zulassung des verspätet eingereichten Dokuments jedoch ablehnte, verließ der Anwalt den Gerichtssaal, da er es als "nicht angemessen" empfinde, weiter an dem Verfahren teilzunehmen. Vor dem Gerichtssaal bezeichnete er den Prozess dann als "vollständige Farce".
In dem seit 2008 laufenden Verfahren geht es um Taylors mutmaßliche Unterstützung für die extrem brutale Rebellenbewegung "Revolutionäre Vereinigte Front" (RUF) im Nachbarland Sierra Leone, die Kindersoldaten in den Kampf geschickt und mit deren Hilfe Taylor sich reiche Diamantenschätze verschafft haben soll. Der 62-Jährige muss sich als erster ehemaliger Staatschef Afrikas wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem internationalen Gerichtshof verantworten.













