Tuceks abrupte Ablöse
Abhalfterung Rudolf Tuceks als Chef der Hotelgruppe Vienna International sorgt in der Branche für Aufsehen. Interimistischer Nachfolger ist Bank-Austria-Manager Thomas Aistleitner.

Foto © APACube-Eigentümer Rudolf Tucek geriet als VI-Vorstand in die Kritik, worauf es im VI-Aufsichtsrat eskaliert sein soll
Kärntner Touristiker sind "völlig überrascht". Ende Jänner hatten sie Rudolf Tucek auf dem Hotelierkongress in Mayrhofen als scharfen Kritiker erlebt, der den Katapult-Ausstieg der Wirtschaftskammer aus der Österreich Werbung anprangerte. In der Vorwoche hat es Tucek selbst katapultartig erwischt. Der Aufsichtsrat enthob ihn als Vorstand der Vienna International Hotelmanagement AG (VI), interimistischer Nachfolger ist Bank-Austria-Manager Thomas Aistleitner. "Es gab mehrere Vorfälle" und "unterschiedliche Auffassungen", teilte Aufsichtsratschef und Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch knapp mit. Per Aussendung hieß es kryptisch: "Dem Aufsichtsrat ist es wichtig, dass intern wie extern eine offene und respektvolle Unternehmenskultur gelebt wird. Gerade bei einem Hotelbetreiber, dem es um das Wohlbefinden der Gäste geht, muss die Führungsebene mit gutem Beispiel vorangehen." Tucek sagt dazu: "Das Aktiengesetz verbietet mir derzeit eine Stellungnahme rund um die Ereignisse und die Vorgehensweise."
Zugleich richtet er den Blick nach vorne - und damit auch nach Kärnten: "Ab sofort gilt meine ganze Energie den bestehenden und künftigen Cube-Projekten." Das erste Cube-Jugendhotel eröffnete Tucek 2004 in Tröpolach, weitere folgten in Biberwier (Tirol) und Savognin (Schweiz). Sie stehen unter der Flagge von Tuceks RBL-Stiftung. Sein damaliges Engagement beim Cube am Nassfeld hatte 2003 dazu geführt, dass er nach Streit als Vorstand beim Verkehrsbüro von Eurotours-Chef Dieter Toth abgelöst wurde. Ein ähnlicher Streit soll auch die Aufsichtsratssitzung der Vorwoche zur Eskalation bis zum akuten Bruch gebracht haben.
Die Vienna International, die Tucek seit April 2004 führte, betreibt 34 Hotels & Resorts in neun Ländern. Nach dem Krisenjahr 2009 hat sich die Gruppe 2010 deutlich erholt und die Nächtigungen von 1,9 auf 2,5 Millionen, sowie den Umsatz von 135 auf 180 Millionen, gesteigert.
In St. Veit ist Tucek mit der VI mit Bürgermeister Gerhard Mock zwei Mal auf die Nase gefallen: Beim Fuchspalast und beim Blumenhotel zog sich die VI nach Flops bald zurück. Derzeit plant die VI zwei neue Fünf-Stern-Hotels in Moskau und in München. Tuceks RBL-Stiftung hält an der VI 8,63 Prozent, diese ist umgekehrt an den Cube-Hotels beteiligt, was man nun wohl entflechten wird.













