Oppositionsprotest in Belgrad ruhig verlaufen
Die serbische Opposition hat bei ihrem bisher größten Protest gegen die Regierung von Ministerpräsident Mirko Cvetkovic in Belgrad die Forderung nach vorgezogenen Parlamentswahlen gestellt. Diese sollen innerhalb von zwei Monaten ausgeschrieben werden. Im gegenteiligen Fall will die Opposition eine Dauerblockade der staatlichen Institutionen durchführen.
Zur Kundgebung der Serbischen Fortschrittlichen Partei (SNS) als führender Oppositionskraft im Parlament und ihrer kleineren Bündnispartner fanden sich nach Schätzungen der Polizei etwa 55.000 Menschen ein. Nach Meinung der Veranstalter lag die Teilnehmerzahl doppelt so hoch.
Neben der Kritik an Korruption und Kriminalität, wachsenden Sozial- und Wirtschaftsprobleme wurde an die Behörden auch eine ganz konkrete Warnung gerichtet: "Sie sollen nur nicht wagen, die Telekom Srbija zu verkaufen. Auch der eventuelle Käufer muss wissen, dass wir dagegen waren", präzisierte SNS-Chef Tomislav Nikolic. Er unterließ es nicht, die EU-Ausrichtung seiner Partei zu unterstreichen.
Die klassische Ikonographie von SNS-Kundgebungen mit Bildern des flüchtigen Haager Angeklagten Ratko Mladic wurde zum ersten Mal verbannt. Die Teilnehmer der Kundgebung trugen nur Bilder von Nikolic hervor, der von Rednern als künftiger Präsident oder Premier Serbiens bezeichnet wurde.
Laut Meinungsumfragen sind über 70 Prozent der Serben mit der Regierung Cvetkovics derzeit unzufrieden. Die überwiegende Mehrheit glaubt, dass sich das Land in eine falsche Richtung bewegt.












